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Die Fliesentafeln von Mouscron gewinnen die Kulturerbe-Challenge - Publikumspreis für das „Andachtskästchen“ vom KMSKA

Die stark beschädigten 100 Jahre alten Fliesentafeln aus dem Picardie-Haus in Mouscron in der Provinz Hennegau erhalten den Hauptpreis der diesjährigen Kulturerbe-Challenge. Das Publikum stimmte für ein „Andachtskästchen“, ein religiöses Kabinett aus dem 16. Jahrhundert aus dem Königlichen Museum für Schöne Künste in Antwerpen (KMSKA).

Kristien Bonneure Andreas Kockartz
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Überall in Belgien warten Gebäude, Kunstschätze und andere wertvolle Kulturgüter auf ihre Restaurierung. In der Regel fehlt das nötige Kleingeld, um dies zu ermöglichen. Die Kulturerbe-Challenge gibt solchen Projekten jedes Jahr einen neuen Impuls. Sie ist eine Initiative des Königlichen Instituts für Kulturerbe (KIK) und der Nationallotterie.

Bei der 4. Ausgabe der Heritage-Challenge waren in diesem Jahr sieben Kulturschätze im Rennen, die einer Restaurierung bedürfen und über 30.000 Menschen haben abgestimmt.

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100 m² Fliesentableaus müssen dringend restauriert werden

Der Hauptpreis des Kulturerbe-Wettbewerbs geht an die Fliesenwände des Picardie-Hauses in Mouscron in der Provinz Hennegau. Im Ballsaal dieses ehemaligen Hauses der Arbeiterbewegung sind rund 100 Quadratmeter mit 4 000 dekorativen Wandfliesen bedeckt. Ein riesiges Projekt, das 1922-1923 von Maison Helman Céramiques d'Art aus Sint-Agatha-Berchem in der Region Brüssel-Hauptstadt realisiert wurde.

Es handelt sich hierbei um farbenfrohe Fliesen mit floralen Motiven und allerlei „erbaulichen“ Szenen über Arbeit, Landwirtschaft oder Bildung. Leider haben sich die Ziegel hier und da durch eindringendes Wasser gelöst. Das Dach des Picardie-Hauses ist jedoch inzwischen repariert worden.

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Der Ballsaal des Hauses Picardie in Mouscron

4.308 Stimmen gab es für die Fliesentafeln. Die Fachjury entschied sich für dieses Kulturerbe, weil es dringend restauriert werden muss, um weiteren Verfall zu verhindern. Auf diese Weise kann der Festsaal des Picardie-Hauses - einst als Parteipalast der Arbeiterbewegung in Mouscron erbaut - wieder zu einem lebendigen Treffpunkt werden, wie er vor einem Jahrhundert war, als hier bedeutende gesellschaftliche Aktivitäten stattfanden.

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Das „Andachtskästchen“ im KMSKA

Der Publikumspreis dieser Kulturerbe-Challenge geht dieses Jahr an das „Andachtskästchen“ im KMSKA in Antwerpen. Er stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist aus Eichenholz, Textilien, Metalldraht und allerlei Relikten gefertigt. Die sogenannten „besloten hofjes“ wurden häufig von Nonnen in Flandern zur Verehrung Marias angefertigt. Die bemalten Holzschränke - auch als kleine Form des Retabels bekannt, die mit Blumen, Tieren oder kleinen Reliquien gefüllt sind, symbolisieren einen geschlossenen Garten und verweisen auch auf das Paradies.

Die größte Sammlung von „Andachtskästchen“ (sie gelten heute als „Flämische Meisterwerke“ und genießen dadurch einen hohen Denkmalschutzwert) befindet sich in Mechelen, im Museum Hof van Busleyden. Das Exemplar in KMSKA muss dringend untersucht und restauriert werden. Es ist unter einer dicken Staubschicht verborgen. Sowohl die Farbschichten als auch die Konstruktion sind nicht mehr in Ordnung und die ursprüngliche Anordnung der Figuren ist verloren gegangen.  

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Ein Detail aus dem „Andachtskästchen“

Der Hauptpreis des Kulturerbe-Wettbewerbs ist mit 25 000 € dotiert, die das KIK für die Dokumentation, wissenschaftliche Analyse und konservatorische Restaurierung zur Verfügung stellt. Der Gewinner des Publikumspreises erhält 10.000 €. 

So sehen die Picardie-Fliesen in Mouscron aus

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