Die Brüsseler Polizei hat in der Nacht zum Mittwoch in der Gemeinde Anderlecht rund 15 Geschäfte durchsucht. Nach einer Meldung der Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ wollte die Polizei damit Druck auf die illegale Wirtschaft ausüben, nicht zuletzt, nachdem es in den letzten Wochen in dieser Gemeinde zu zahlreichen Schießereien mit Toten und Verletzten gekommen war. Dabei wurden auch dubiose Läden unter Beschuss genommen.
Brüssel: Polizei durchsucht 15 dubiose Geschäfte in Anderlecht - Mehrere Festnahmen
Die Polizei will den Kampf gegen die illegale Wirtschaft in Anderlecht intensivieren. Solche betrügerischen Geschäfte geben sich als legale Läden aus, dienen aber in Wirklichkeit dazu, Geld aus dem Drogenhandel zu waschen. Um ihren Druck zu verstärken, griff die Polizeizone Brüssel-Süd in etwa 15 Geschäften in Kuregem, einem Stadtteil von Anderlecht, ein.
Bei der Aktion wurde gut ein Dutzend Personen festgenommen. Dabei handelte es sich z.B. um gesuchte Personen aber auch um Menschen, die sich illegal in Belgien aufhalten. Mindestens einer der Festgenommenen wird vor dem Untersuchungsrichter erscheinen müssen.
Es liegen keine genauen Zahlen darüber vor, wie viele betrügerische und dubiose Geschäfte es in der Region Brüssel-Hauptstadt gibt. Aber laut dem Kriminologen Jelle Janssens deuten Schätzungen darauf hin, dass „bis zu einem Drittel der Einzelhandelsgeschäfte in die illegale Wirtschaft verwickelt ist“.
Anderlechts Bürgermeister reagiert
„Diese Aktion ist Teil einer Reihe von Kontrollen, die sowohl von der Staatsanwaltschaft als auch von den kommunalen Behörden gewünscht werden. Es gibt gerichtliche Folgemaßnahmen für mehrere festgestellte Straftaten, die von den Dienststellen der Staatsanwaltschaft bearbeitet werden“, bekräftigt der Bürgermeister von Anderlecht, Fabrice Cumps (PS).
„Es ist wichtig zu betonen, dass diese Geschäfte und andere Orte, die oft als Quelle von Ärgernis bezeichnet werden, ständig überwacht werden. Wir sind auch mit der neue Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft zufrieden, um gegen alle Formen von Belästigung vorzugehen, die die Lebensqualität der Einwohner beeinträchtigen“, so Cumps gegenüber BRUZZ.
