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"Bolle Jos", 13 Jahre Haft
Inland
Justiz

Lange Haftstrafen für “Bolle Jos“ und mehrere weitere Angeklagte, die von der Polizei beschlagnahmtes Kokain stehlen wollten

Etwa 15 Personen wurden in Antwerpen zu teilweise langen Haftstrafen verurteilt, weil sie im Oktober 2023 versucht hatten, einen bewaffneten Überfall auf ein Zolllager zu verüben, in dem 10 Tonnen Kokain gelagert waren. Der Zoll hatte die Drogen am Vortag im Hafen von Antwerpen in einem Container mit Sojamehl entdeckt und beschlagnahmt. Die Bande wollte sie zurückholen. Den bewaffneten Räubern drohen 10 Jahre Gefängnis. Der mutmaßlichen Auftraggeber, der Niederländer „Bolle“ Jos Leijdekkers (Foto), bekam 13 Jahre Haft. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Letztendlich bekamen die Mitglieder der Gruppe von Niederländern, die schwer bewaffnet in ein Zolllager in Kalmthout (Prov. Antwerpen) eingedrungen waren, um die beschlagnahmten Drogen zu stehlen - 10 Tonnen Kokain, jeweils 10 Jahre Haft. 

Der mutmaßliche Auftraggeber war der Niederländer „Bolle Jos“ Leijdekkers, der dafür 13 Jahre Gefängnis bekommt. Er ist jedoch immer noch auf der Flucht und wird in Sierra Leone vermutet (er ist dort in einem Video zu sehen, wo er an einem Fest von hochrangigen Personen teilnahm). Sowohl die belgische, als auch die niederländische Justiz fahnden nach ihm. In Belgien wurde er vor einigen Jahren zu 24 Jahren Haft wegen Drogenschmuggel in großem Umfang und einem Mordauftrag verurteilt. 

Der Richter in Antwerpen war am Dienstagmorgen sehr deutlich: „Es gibt eine weitreichende Aufweichung der Normen im kriminellen Umfeld, wo schmerzlich deutlich wird, wie die körperliche Unversehrtheit von Menschen der Macht, dem Status und dem Geld untergeordnet wird.“ Der Raubüberfall sei minutiös geplant gewesen, heißt es im Urteil. Die Drogenbande wollte die Ladung um jeden Preis zurückholen - kein Wunder, wenn man weiß, dass das Kokain einen Wert von rund 250 Mio. € hatte. Doch am Lagerhaus scheiterten sie, weil sie nichts mehr vorfanden. Die 10 Tonnen Kokain waren bereits in ein Zolllager in Antwerpen gebracht worden. 

Blutbad verhindert

Noch am selben Tag gelang es der Polizei, einen verdächtigen Lieferwagen in unmittelbarer Nähe des Zolllagers von Kalmtout zu stoppen. Dabei konnten 7 schwer bewaffnete Männer festgenommen werden. Nach Angaben des Staatsanwalts hätte es zu einem Blutbad kommen können, wenn die Drogen noch im Lagerhaus gewesen wären. 

„Das bewaffnete Kommando wollte die Kokainladung um jeden Preis zurückholen“, sagte der Staatsanwalt während des Prozesses. Auch der Richter schloss sich dieser Argumentation an: „Sie haben in keiner Weise an die Folgen ihres Handelns gedacht. Die Folgen der Eskalation wären unabsehbar gewesen.“

Neben Leijdekkers und dem niederländischen Kommandoteam standen einige weitere Angeklagte vor Gericht. Zwei von ihnen wurden freigesprochen, während die übrigen zu Haftstrafen zwischen 1 Jahr mit Bewährung und 9 Jahren verurteilt wurden. Außerdem wurden Geldstrafen von bis zu 8.000 € verhängt.

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