Die Regierung will prüfen, ob private Sicherheitsfirmen gewisse Aufgaben der Polizei übernehmen könnten, vor allem bei der Bewachung von Gebäuden oder Einrichtungen. Dafür plädiert auch Jurgen De Landsheer, Korpschef der Brüsseler Polizeizone Süd. Er will die Aufgaben der lokalen Polizeizonen überprüfen, wie er gegenüber VRT NWS andeutete.
Drogengewalt in Brüssel: Die neue belgische Bundesregierung will Einsatz privater Wachdienste prüfen
Gegenwärtig nehmen die örtlichen Beamten auch Wachdienste wahr. Private Wachdienste könnten hier zum Einsatz kommen. Dies würde es der lokalen Polizei ermöglichen, sich wieder mehr auf ihre eigenen Stadtteile zu konzentrieren, so der Korpschef der Polizeizone Brüssel-Süd, die gerade von zahlreichen Schießereien im Drogenmilieu heimgesucht wird. Zu dieser Polizeizone gehören die Gemeinden Vorst, Sint-Gillies und Anderlecht. Aktuell ermitteln in den Fällen der Schießereien in Anderlecht 60 Beamte. 8 Beamte muss das Korps täglich für Bewachungsaufgaben zur Verfügung stellen.
In Zukunft möchte De Landsheer also nach Möglichkeit auch private Sicherheitsbeamte für Bewachungsaufgaben einsetzen. Eine solche Möglichkeit sei auch im Regierungsabkommen enthalten, sagte der Vorsitzende der flämischen Christdemokraten CD&V, Sammy Mahdi, am Wochenende gegenüber VRT NWS. Es gehe dabei nicht nur um die Bewachung von Botschaften oder jüdische Einrichtungen, sondern etwa auch um Atomkraftwerke und anderen neuralgischen Einrichtungen der sogenannten „kritischen Infrastruktur“.
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Inzwischen bekam die Polizeizone von Korpschef De Landsheer zwei Dutzend zusätzliche Beamte aus der sogenannten „Bundesreserve“ zugeteilt und Innenminister Bernard Quintin (MR) kündigte letzte Woche an, dass die Kripo der Bundespolizei in Brüssel um 15 Beamte verstärkt wird. Diese Kripobeamten werden aus anderen Regionen bzw. Gerichtsbezirken abgezogen.
Nur etwa jede vierte Schießerei wurde 2024 in Brüsseler Hauptstadt-Region aufgeklärt
Im vergangenen Jahr konnte die Polizei etwas mehr als ein Viertel der Schießereien in der Region Brüssel-Hauptstadt aufklären. Laut der Brüsseler Staatsanwaltschaft wurden 2024 90 solcher Vorfälle registriert. Bei 23 Fällen konnten die Täter identifiziert werden. Es wurden in diesem Zusammenhang 36 Verdächtige festgenommen, zwei davon wurden inzwischen verurteilt. Bei Schießereien in Brüssel wurden im vergangenen Jahr neun Menschen getötet.
