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Produktion von Impfstoffen in Belgien
Inland
Wirtschaft

Belgiens Pharma- und Halbleiterindustrie fühlt sich gegen US-Zölle gewappnet

Die belgischen Sektoren und Unternehmen, die von Donald Trumps Handelskrieg betroffen sind, sehen sich in Sachen hohe US-Importzölle gewappnet. Sie sind der Ansicht, dass amerikanische Unternehmen ihr Know-how und ihre Effizienz nicht einfach kopieren können. Dies schrieb die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd diese Woche. 

Andreas Kockartz
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Nachdem der neue US-Präsident in der vergangenen Woche Zölle in Höhe von 25 % auf Aluminium und Stahl angekündigt hatte, nahm er am Dienstag drei weitere Sektoren ins Visier. Trump erklärte laut De Tijd, er ziehe in Erwägung, Abgaben in Höhe von 25 % oder mehr auf Autos, Mikrochips und Medikamente einzuführen. Damit zielt er auf Europa, einschließlich Belgien. 

Die Zölle würden frühestens am 2. April in Kraft treten, so De Tijd. Bis dahin sollten die belgischen Unternehmen wachsam sein, so betroffene Branchenvertreter. „Wir müssen uns auf europäischer Ebene positionieren, um den USA zu antworten“, sagte Gert Verreth, Sprecher des Verbands der chemischen Industrie, Essenscia.

Pharmazeutischer Sektor

Der belgische Pharmasektor, der zu Essenscia gehört, könnte durch die Zölle den Kürzeren ziehen. Von den belgischen Exporten in die USA sind 49 % mit der Pharmaindustrie verbunden. Doch der Sektor sieht sich keineswegs schutzlos und es wird angeführt, dass es im Rahmen der Welthandelsorganisation seit 1994 eine Vereinbarung gibt, die besagt, dass man keinen Handelskrieg über Arzneimittel oder deren Inhaltsstoffe führen darf und dass darauf keine Einfuhrzölle erhoben werden. Dieses Abkommen wurde u.a. von Europa und den USA unterzeichnet. In der internationalen Rechtsprechung könne man darauf zurückgreifen, heißt es dazu. 

Europa und insbesondere Belgien befinde sich in einer starken Position. Unser Land sei ein Pharmahub mit globaler Anziehungskraft, schreibt De Tijd: „Wir haben eine gute Lage, um viele Märkte zu bedienen, einen Flug- und einen Seehafen, die für den Pharmatransport geeignet sind. Man kann unser Know-how und unsere Effizienz nicht einfach auf die USA übertragen.“ Das Pharmaunternehmen UCB - das bis 2023 die Hälfte seiner Nettoeinnahmen in den USA erwirtschaftete - weist darauf hin, dass ein Medikament oft in einer ganzen Kette von Ländern hergestellt wird: „Zölle anzuwenden, ohne die Kosten für die US-Verbraucher zu erhöhen, ist daher eine Herausforderung. Das erste Opfer werden in diesem Fall nicht die Hersteller sein, sondern die Patienten (in den USA (Red.)), einschließlich Trumps Wählerschaft.“

Halbleiter

Im Halbleitersektor gerät das belgische Unternehmen Melexis ins Fadenkreuz. Aber auch dieser Hersteller von Mikrochips und Sensoren für den Automobilsektor fühlt sich nicht unmittelbar bedroht. „Es ist noch nicht ganz klar, ob es Importzölle geben wird, und die Frage ist, welche Halbleiter davon betroffen sein werden“, sagte Kommunikationsdirektor Tom Meynendonckx gegenüber De Tijd. 

Bisher habe man vor allem über Hochleistungschips für z.B. Rechenzentren oder KI-Anwendungen gesprochen: „Wir stellen Chips für alltäglichere Anwendungen her, wie z.B. Sensoren zur Messung des Reifendrucks. Wir haben keine Hinweise darauf, dass diese ins Visier genommen werden“, so Meynendonckx weiter. Die USA seien ein großer, aber nicht der wichtigste Markt für Melexis. Im Jahr 2023 setzte der Konzern dort 55,5 Mio. € um, weniger als 6 % seines weltweiten Umsatzes. 

Volvo in Gent

Bei Volvo Cars in Gent könnten die Auswirkungen laut De Tijd allerdings größer sein. Im vergangenen Jahr exportierte das Werk knapp 28.000 Neuwagen in die USA - fast 15 % der in Gent vom Band gelaufenen Modelle XC40 und C40. Es sei schwierig, die höheren Zölle für diese Modelle an die Kunden weiterzugeben, verlautet von dort. Dafür sei der Wettbewerb im Segment der mittelgroßen SUV viel zu stark…

Volvo's für den Export
Halbleiter-Industrie

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