Die neue belgische Bundesregierung setzt eine Taskforce ein, um die ausufernde Drogengewalt in der belgischen Hauptstadt Brüssel in den Griff zu bekommen. Kein Geringerer als Premierminister Bart De Wever (N-VA) wird diese Taskforce leiten, wie Bundesinnenminister Bernard Quintin (MR) am Freitag mitteilte. In den Ermittlungen zu den Schießereien in der Brüsseler Gemeinde Anderlecht gab es einen Fahndungserfolg. Zwei Verdächtige konnten festgenommen werden.
“Chefsache”: Taskforce zur Drogengewalt in Brüssel wird von Premier De Wever geleitet - Festnahmen nach Schüssen in Anderlecht
Neben Leiter Premier De Wever gehören dieser Taskforce auch Innenminister Quintin an sowie Bundesjustizministerin Annelies Verlinden (CD&V). Dies zeige, so der Innenminister, dass die gesamte Regierung die Verantwortung für das übernehme, was in Belgien geschehe.
Diese Taskforce will global an das Drogenproblem herangehen und gegebenenfalls mit weiteren Ministerien kooperieren. Innenminister Quintin deutete an, dass er in diesem Zusammenhang für Verstärkung gesorgt habe. So seien 30 Beamte der Bahnpolizei zusätzlich im Brüsseler Metronetz im Einsatz und 20 Beamte der Bundespolizei würden inzwischen in Anderlecht eingesetzt.
Hinzu kämen noch 15 auf Ermittlungen im Drogenbereich spezialisierte Kripobeamte nach Brüssel, so Innenminister Quintin. Mittlerweile spreche er auch reihum mit den Bürgermeistern aus den verschiedenen Brüsseler Gemeinden, wie man vorgehen könne. Dabei verheimlichte er auch nicht, dass dabei auch die Fusion von Brüsseler Polizeizonen Thema ist, eine Sache, die im Koalitionsabkommen der Regierung De Wever festgeschrieben ist.
Zwei Verdächtige im Fall der ersten Schießerei in Anderlecht festgenommen
In den Ermittlungen zur ersten Schießerei an der Metrostation Clemenceau in Anderlecht hat die Brüsseler Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass man zwei Verdächtige festgenommen habe. Am 5. Februar hatten zwei Männer mit Schnellfeuerwaffen dort um sich geschossen und waren danach im U-Bahntunnel untergetaucht. Bei der Schießerei kam niemand zu Schaden. Dies war der Auftakt zu einer ganzen Reihe ähnlicher Vorfälle, bei denen es auch Tote und Verletzte gab.
Jetzt nahm die Brüsseler Polizei in diesem Zusammenhang mehrere Hausdurchsuchungen vor, bei denen die beiden Verdächtigen verhaftet werden konnten. Ob es sich dabei um die beiden Schützen handelt, wurde nicht mitgeteilt. Am 6. Februar war bereits eine Person im Rahmen dieser Ermittlungen festgenommen worden.
