Die Mieten sind in Belgien im vergangenen Jahr wieder deutlich teurer geworden. Während die Gesamtinflation im vergangenen Jahr bei knapp über 3 % lag, stiegen die Mieten in Flandern im Vergleich zu 2023 um rund 6 %. In Brüssel liegt der Preisanstieg bei 5 %. In Wallonien ist die Steigerungsrate mit rund 4 % geringer, liegt aber immer noch über der Inflationsrate. Hier wurde der Mittelwert von 800 € Miete zum ersten Mal überschritten. Brüssel und Löwen (Flämisch-Brabant) bleiben die teuersten Städte des Landes, wie aus dem gemeinsamen Mietbarometer der Immobilien- und Maklerverbände Federia und CIB ersichtlich ist.
Der Mietspiegel ist in Belgien erneut relativ stark angestiegen
Der Anstieg der Mieten ist hauptsächlich auf die wachsende Kluft zwischen Angebot und Nachfrage zurückzuführen. „Das Mietbarometer 2024 bestätigt das absolute Kernproblem des heutigen Mietmarktes: Die Verknappung des Angebots“, sagt Kristophe Thijs vom Maklerverband CIB gegenüber VRT NWS dazu: „Die Nachfrage nach Mietwohnungen war noch nie so hoch wie heute. Mehr als 100 Bewerbungen für ein Objekt sind keine Ausnahme mehr.“ Diese hohe Nachfrage wirkt sich deutlich auf die Mieten aus: „Die Vermieter sehen, dass ihre Objekte sehr beliebt sind und dann ist es nicht unlogisch, dass sie sie etwas teurer auf den Markt bringen.“
Brüssel ist der teuerste Ort zum Mieten - Flämisch-Brabant ist die teuerste flämische Provinz
Die Region Brüssel-Hauptstadt ist nach wie vor die teuerste Gegend in Belgien, um ein Haus oder eine Wohnung zu mieten. Die Durchschnittsmiete - für die, die im Jahr 2024 einen Vertrag unterzeichnet haben - beträgt dort mehr als 1.300 € pro Monat. Übrigens, Brüssel ist die einzige Region in Belgien, in der es weniger Eigentümer (38 %) als Mieter (62 %) gibt. Fast 90 % der Vermietungen in Brüssel betreffen Wohnungen.
Die teuersten Provinzen des Landes in Sachen Miete sind Flämisch-Brabant und Wallonisch-Brabant. Wer dort im Jahr 2024 einen Mietvertrag abschloss, zahlte im Durchschnitt mehr als 1.100 € Miete. Der Abstand zu den anderen Provinzen ist groß. In Antwerpen lag die Durchschnittsmiete im Jahr 2024 bei rund 950 €. In Westflandern, Limburg und Ostflandern liegen die Durchschnitts-Mietpreise zwischen 800 € und 900 €. In den anderen wallonischen Provinzen sind die Mieten im Allgemeinen etwas niedriger als in Flandern. Außerdem ist der Preisanstieg in der Wallonie geringer als in Flandern.
Durchschnittsmiete in Flandern: 922 € - Löwen ist die teuerste flämische Stadt
Schaut man sich den Mietspiegel im belgischen Bundesland Flandern näher an, stellt man fest, dass die, die im vergangenen Jahr einen neuen Mietvertrag abgeschlossen haben, im Durchschnitt 922 € pro Monat für ihr Mietobjekt zahlen mussten. Das sind etwa 6 % mehr als im Jahr zuvor. Bemerkenswert: Denn die allgemeine Inflationsrate lag im vergangenen Jahr bei etwa 3 %. Auch im Jahr 2023 stiegen die Mieten um rund 6 %, doch damals war die Inflation viel höher (rund 10 %).
Auf städtischer Ebene zeigt sich, dass Brüssel weiterhin die teuerste Stadt des Landes ist. Die Haushalte, die im vergangenen Jahr eine Wohnung in der belgischen Hauptstadt gemietet haben, zahlen dafür im Durchschnitt mehr als 1.250 € pro Monat. In Flandern bleibt Löwen, das im vergangenen Jahr Antwerpen als teuerste Stadt abgelöst hat, an der Spitze. Nach einem Preisanstieg von fast 15 % im Jahr 2023 stieg die Durchschnittsmiete dort um weitere mehr als 10 % auf über 1.000 € pro Monat. Auch in den anderen flämischen Zentrumsstädten sind Mietpreisanstiege zu beobachten. In den meisten Städten liegt der Anstieg bei 5 bis 8 %.
