Das „Duale Lernen“ ist im belgischen Bundesland Flandern weiter auf der Erfolgsspur und dass zeigt sich auch daran, dass diese Woche hier die „Woche des Dualen Lernens” ist. Inzwischen folgen in Flandern rund 5.200 junge Leute einem solchen Ausbildungssystem. Doch dieser Erfolg hat auch seine Kehrseite. Die Schulen und Ausbildungszentren finden nicht genug geeignete Unternehmen, die hier mitmachen wollen.
Beim „Dualen Lernen“ drücken die Schülerinnen und Schüler zum einen die Schulbank und zum anderen holen sie sich praktische Erfahrung in Unternehmen oder Organisationen. In Flandern folgen derzeit rund 5.200 junge Leute einem solchen Ausbildungszyklus, 42 % mehr als im vergangenen Schuljahr.
Doch es wird für Einrichtungen, wie SYNTRA, als größtem Anbieter von „Dualem Lernen“ in Flandern immer schwerer, geeignete Ausbildungsplätze in den Unternehmen zu finden. Das liegt nicht nur am (regional unterschiedlichen) Mangel an Arbeitgebern, die dabei mitmachen wollen, sondern auch nicht selten an der Bürokratie. Betriebe, die im „Dualen Lernen“ aktiv werden wollen, müssen zumindest in Flandern ein ewig langes Anerkennungsverfahren durchlaufen.
SYNTRA fordert von der flämischen Landesregierung, dass diese Prozedur deutlich vereinfacht wird. Dass dies zu Verzögerungen führt, will man hier nicht hinnehmen. Positive Beispiele liegen vor. SYNTRA West aus der Provinz Westflandern gibt an, dass nicht weniger als 95,8 % aller Jugendlicher, die einen Zyklus „Duales Lernen“ abgeschlossen und bestanden haben, nachher einen festen Job am Arbeitsmarkt bekommen und langfristig angestellt bleiben.
Zahlreiche unterschiedliche Ausbildungsrichtungen
Alleine SYNTRA bietet in Flandern 125 verschiedene „duale“ Ausbildungsrichtungen an, zumeist auf die regionalen Bedürfnisse am Arbeitsmarkt zugeschnitten – z.B. am Bau, in der Gastronomie, in der Elektromechanik und im Bereich Mechatroniker für Automobilwerkstätten. Aber auch in der Pferdewirtschaft, im Bereich Küchenbau oder bei Frisören und Stylisten werden geeignete Kandidaten gesucht.
Gerade auch im Baufach werden junge Leute gesucht, die via „Dualem Lernen“ ihren Weg in dieses Gewerbe finden möchten. Hier gibt es sogenannte „Engpassberufe“ in denen akuter Facharbeitermangel herrscht. Neben Arbeitsimmigranten werden hier auch dringend Interessierte gesucht, die das „dual“ angehen möchten, wie die Baufachverbände Bouwunie und Embuild melden.
