Die Familie Polak ist eine außergewöhnliche Familie von Architekten in Brüssel. Vater, Söhne, Enkel und sogar Urenkel Polak haben bereits eine Reihe von ikonischen Gebäuden in Brüssel geschaffen, wie die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ im Rahmen ihrer Reihe Big City erzählt.
Welche ikonischen Gebäude hat Brüssel der Architektenfamilie Polak zu verdanken?
Es beginnt mit Michel Polak, der 1885 in Mexiko geboren wurde, wo sich seine Eltern auf der Suche nach kolonialem Erfolg aufhielten. Als sie nach Europa zurückkehrten - Michel war damals sieben Jahre alt - starben beide Eltern während der langen Schiffsreise.
Seine Großmutter zog ihn und seine Schwester auf. Sie war eine Aristokratin, die ihn auf die besten Schulen in Frankreich und der Schweiz schickte. Er studierte nicht nur Architektur, sondern auch bildende Kunst. In der Schweiz baute er später luxuriöse Jugendstilresidenzen.
Nach Brüssel kam er 1921, als er den Auftrag erhielt, den Wohnkomplex Résidence Palace in der Wetstraat zu bauen (heute ein Kongresszentrum im Besitz des belgischen Staates). Dies führte zu viel Eifersucht unter seinen belgischen Kollegen. Nicht unverständlich, denn der Résidence Palace war ein sehr prestigeträchtiges Projekt.
(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)
Das Gebäude bestand aus 11 Stockwerken mit 180 Wohnungen und schicken Restaurants, Geschäften, einem Theater, Fitnessstudios, einem Schwimmbad... Das luxuriöse Apartmenthaus hatte alles, was ein Fünf-Sterne-Hotel ausmacht.
Polak lebte und arbeitete weiterhin in Brüssel und entwarf mehrere Fünf-Sterne-Hotels, darunter das Hotel Plaza. Sein Meisterwerk ist zweifelsohne die Art-déco-Perle Villa Empain. Baron Louis Empain, der Bauherr der Villa, gab Polak nahezu freie Hand bei der Gestaltung des Hauses. Der Architekt lebte diese gestalterische Freiheit aus und schuf ein Gesamtkunstwerk, bei dem er auf jedes Detail achtete. Wie bei seinen anderen Werken standen auch hier Luxus und moderne Technik im Mittelpunkt.
(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)
Später erhielt Polak noch mehrere Aufträge in Brüssel. Das letzte Projekt, für das er Pläne entwarf, war der Ceria-Coovi-Campus in Anderlecht. Leider erlebte er dessen Fertigstellung nicht mehr, denn Polak starb 1948 im Alter von 63 Jahren.
Die Brüder Polak
Der Name Polak blieb in der belgischen Architektur ein Begriff. Seine Söhne André und Jean wurden ebenfalls erfolgreiche Architekten. Die Gebrüder Polak entwarfen und bauten das Atomium nach einer Idee des Ingenieurs André Waterkeyn, ihres Schwagers.
(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)
Später waren die Brüder auch am Bau des Berlaymont-Gebäudes, des World Trade Center im Nordviertel, des Münzzentrums, der neuen Innovation und sogar an der Renovierung des Résidence Palace beteiligt. Sie halfen ihrem Vater auch beim Entwurf des Ceria-Coovi-Campus.
Der Enkel und der Urenkel von Michel Polak wurden ebenfalls Architekten. Das Büro The Architects Polak existiert noch heute.
