Noch bis zum 31. August 2025 zeigt das M Museum in Löwen (Flämisch-Brabant) die erste Retrospektive von Sigefride Bruna Hautman (Bornem,°1955). Die in Antwerpen lebende Künstlerin arbeitet seit den 1980er Jahren an einem reichhaltigen und eigenwilligen Oeuvre, das nun erstmals umfassend der Öffentlichkeit präsentiert wird.
Das M Museum in Löwen zeigt die erste Retrospektive von Sigefride Bruna Hautman
Das Werk von Sigefride Bruna Hautman kann als in Bildern gegossene Poesie gelesen werden. Seit den 1980er Jahren schafft sie Skulpturen, Reliefs, Installationen, Videos, Zeichnungen, Collagen und Textarbeiten. Ihr figuratives Oeuvre bewegt sich zwischen Hyperrealismus und Stilisierung, zwischen direkter Lesbarkeit und Symbolik, zwischen Einfachheit und komplexer Schichtung. Charakteristisch ist ihre Vielseitigkeit in Bezug auf Techniken und Materialien - Von Holz, Leder, Seide, Gips und Ton bis hin zu Polyester. „Das Werk selbst, und was es bedeutet, führt mich zum Material und zur Technik“, sagt die Künstlerin selbst zu ihrer Schaffensweise.
„M präsentiert die erste Retrospektive dieser außergewöhnlichen Künstlerin, die fast zwei Jahrzehnte lang unter dem Radar der Kuratoren, der Presse und der Öffentlichkeit blieb“, sagte, Bert Cornillie, Kulturschöffe der Stadt Löwen: “Hautmans Ausstellung steht im Einklang mit der Entscheidung von M, Künstlern eine Plattform zu bieten, die bisher unterbelichtet geblieben sind.“ Unter Kollegen und Prominenten aus der Kultur- und Modewelt in Flandern hat Hautman aufgrund ihrer künstlerischen Eigenart und Persönlichkeit allerdings längst Kultstatus erlangt.
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„Spannend“
Für Hautman ist es spannend, dass die Ausstellung bei M für viele Besucher die erste Begegnung mit ihrem Werk sein wird. Obwohl sie schon ihr ganzes Leben lang Künstlerin ist, gab es in ihrer Praxis auch Zeiten, in denen sie hauptsächlich in ihrem Atelier arbeitete und ihre Werke nicht ausstellte. Für die Retrospektive im M arbeitete sie eng mit Kuratorin Valerie Verhack zusammen: „Hautmans Oeuvre - von ihren frühen Jahren bis heute - zeigt einen tiefgründigen und sensiblen Blick. Mit ihren verspielten, leisen Bildern gelingt es ihr, das Leben in seiner ganzen Komplexität zu feiern.“
Über Sigefride Bruna Hautman
Nach ihrer Ausbildung an der Antwerpener Kunstakademie fasste Hautman schnell Fuß in der Kunstwelt. In einem Freundeskreis gleichgesinnter Künstler nimmt Hautman an öffentlichen Aktionen teil und schafft anspruchsvolle Textarbeiten und Skulpturen. Im Laufe der 1980er Jahre wird ihr Werk immer persönlicher und intimer, wie ein skulpturales Tagebuch. Sie fertigt Porträts ihrer Familienmitglieder an und reflektiert über ihr Leben und ihren Platz in der Welt. Hautmans wird in der Kunstszene gut aufgenommen: Sie stellt aus und erhält begeisterte Kritiken. In den 2000er Jahren trifft Hautman die pragmatische Entscheidung, sich ihrer Arbeit als Kunstlehrerin zu widmen. Ihre Werke werden nur noch selten ausgestellt, obwohl sie arbeitet(e).
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In dieser Ausstellung zeigt Hautman zum ersten Mal einen Überblick über ihr Schaffen, einschließlich ihrer jüngsten Arbeiten. Sie bieten einen Einblick in ihre einzigartige visuelle Sprache, eine Welt bildgewordener Gedanken und Erinnerungen. Die Arbeiten schwanken zwischen Hyperrealismus und Stilisierung, Lesbarkeit und Symbolik, Einfachheit und Komplexität - ohne jemals ihre poetische Kraft zu verlieren.
Vielschichtige Herangehensweise
In ihrem Werk fließen Wort, Bild und Malerei zusammen. Oft wirken ihre Skulpturen wie gestaltete Fragmente des Unterbewusstseins. Sie spielt sowohl mit natürlichen Materialfarben als auch mit leuchtenden Töen, was ihrem Werk einen ausdrucksstarken Charakter verleiht.
Hautmans Werk ist zugleich hermetisch und kommunikativ, sowohl visuell als auch literarisch. Sie arbeitet oft an Serien, die inhaltlich miteinander verbunden sind. Themen wie soziale Empörung, existenzielle Fragen und zwischenmenschliche Beziehungen ziehen sich wie ein roter Faden durch ihr Werk. Sie lässt sich von der bildenden Kunst, der Literatur und der Musik inspirieren, unter anderem von Giotto, Oskar Schlemmer, Samuel Beckett, David Bowie und James Brown. „Es ist eine seltsame Herkunft von Dingen, die ich von überall her sammle. Wenn das lange genug reift, kann plötzlich etwas dabei herauskommen“, so Hautman.
Retrospektive Sigefride Bruna Hautman, Noch bis zum 31.08.2025, M Museum, Leopold Vanderkelenstraat 28, 3000 Leuven (Löwen). Die Ausstellung wird gleichzeitig mit der Ausstellung „A History of Touch“ von Grace Schwindt eröffnet. Infos: www.mleuven.be
