Ein Novum in Belgien: Seit dieser Woche fahren im Hafen von Antwerpen zwei Carsharing-Autos ferngesteuert herum. In einer Testphase können die Mitarbeiter des dort ansässigen Abschleppdienstes Boluda ein solches Auto des Carsharing-Anbieters Poppy bestellen, das sie ohne Fahrer abholt. Ab 2026 plant Poppy, das System auch in der Antwerpener Innenstadt einzusetzen - sofern die Gesetzgebung dies zulässt.
Autonome Autos im Hafen von Antwerpen - Fahrzeuge von Berlin aus am Bildschirm gesteuert
Wer in Antwerpen ein Carharing-Fahrzeug mieten möchte, muss manchmal eine Weile laufen, bis er zum entsprechenden Standort kommt. Manchmal gibt es in der Nachbarschaft keine verfügbaren Miet- oder Stadtteil-Autos. Um hier Abhilfe zu schaffen, plant Anbieter Poppy, dass seine Fahrzeuge ab 2026 dank eines Fahrers, der das Fahrzeug aus weiter Ferne steuert, direkt bis zum Kunden gebracht werden können.
Rechtlich ist dies derzeit noch nicht auf allen belgischen Straßen möglich. Im Hafen von Antwerpen läuft daher ein Pilotprojekt in einer bestimmten Zone. Dort fahren derzeit zwei solcher „teleguided sharing cars“ herum, die von Berlin aus am Bildschirm gesteuert werden. Mitarbeiter von Boluda, einem Unternehmen, das alle Abschlepp-Dienstleistungen im Hafen anbietet, können über die App von Poppy ein Auto anfordern, das ohne einen physischen Fahrer zu ihnen fährt.
Danach muss der Mitarbeiter das Auto immer noch selbst fahren, da der rechtliche Rahmen in Belgien für den Personentransport mit selbstfahrenden oder ferngesteuerten Fahrzeugen noch nicht gegeben ist.
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Nach der Fahrt bzw. nach der Rückkehr ins Hafengebiet von Antwerpen übernimmt der externe Fahrer wieder die Kontrolle und das Auto wird zum nächsten Kunden gefahren.
Poppy macht deutlich, dass das System sicher ist, auch wenn der Fahrer überall auf der Welt sein kann. In Berlin kann die Person, die die beiden Autos am Hafen steuert, die gesamte Umgebung des Antwerpener Autos über Kameras einsehen. Er kann auch mit den Insassen interagieren. Berlin wurde aktuell als Standort gewählt, weil die Technologie dort verfügbar ist. In einiger Zeit könnte sie auch in Belgien selbst eingesetzt werden.
Johan Klaps (N-VA), Antwerpens Hafenschöffe, sieht Möglichkeiten für einen effizienteren und umweltfreundlicheren Transport: „Im Hafen haben wir sehr viele Transportbewegungen. Gleichzeitig stehen viele Fahrzeuge still. Wenn wir dieses System optimieren können, können diese Fahrzeuge viel häufiger eingesetzt werden. Das ist gut für die Umwelt billiger.“
