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Granate aus dem Ersten Weltkrieg aus dem Turm von Schloss Horst geborgen: „Von belgischen Truppen abgeschossen“

In Sint-Pieters-Rode in der Nähe von Holsbeek in Flämisch-Brabant hat der Kampfmittel-Räumdienst der belgischen Armee (DOVO), einen Sprengkörper aus dem Turm von Schloss Horst geborgen. Es stellte sich heraus, dass es sich um ein Projektil handelt, das von belgischen Truppen im Ersten Weltkrieg abgeschossen wurde. „Das ist ein neues Stück Geschichte, das wir entdecken und das uns erlaubt, die Geschichte von Horst zu vervollständigen“, sagt Helena ten Berge, Wissenschaftlerin bei der flämischen Kulturerbe-Organisation Herita. 

Andreas Kockartz
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Dass sich im Turm ein Sprengkörper befand, wurde im vergangenen Sommer bei Restaurierungsarbeiten an der Burg entdeckt. 

„Wir haben schon viel über die Geschichte der Burg geforscht, aber plötzlich taucht so etwas Besonderes wie der Einschuss einer Granate im Turm auf“, so Helena ten Berge. 

Um sicherzugehen, dass keine Explosionsgefahr mehr bestand, kam DOVO schon vor einiger Zeit auf die Baustelle. Alles erwies sich als sicher und erst diese Woche entfernten die Kampfmittelräumer die Granate aus dem Turm, um sie zu identifizieren: „Das war ein Kunststück, denn das Projektil war in den dicken Mauern des quadratischen Donjon-Turms eingeklemmt.“

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Das Einschlagsloch der Granate im Turm von Schloss Horst

Bis jetzt blieb es eine Vermutung, aus welcher Zeit die Granate stammt, so die Wissenschaftlerin: „Es bestand die Möglichkeit, dass das Projektil aus dem Zweiten Weltkrieg stammt, weil wir wissen, dass in dieser Zeit drei Bomben in der Nähe des Schlosses fielen, von denen eine die Insel im Teich verursachte.“

Doch am Montag stellte sich bei der definitiven Bergung heraus, dass es sich um einen Sprengkörper aus dem Ersten Weltkrieg handelt: „Und bemerkenswerterweise handelt es sich um ein Projektil, das von belgischen Truppen abgefeuert wurde. Sie operierten von der nahe gelegenen Burg Cleerbeeck aus und dachten, dass sich deutsche Soldaten in der Nähe von Schloss Horst aufhielten. Das stimmte zwar nicht, aber im September 1914 erhielten sie angeblich den Befehl, das Schloss zu beschießen.“

Helena ten Berge bezeichnet die Entdeckung als „ein neues Stück Geschichte, mit dem wir die Geschichte des Schlosses vervollständigen und auch in Zukunft an unsere Besucher weitergeben können“. Die Restaurierungsarbeiten an der Burg sind noch in vollem Gange. Sie sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein.

Schloss Horst wird renoviert

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