Vor einigen Tagen filmten zwei Frauen im Stadtzentrum von Löwen in Flämisch-Brabant einen Biber, der unbeirrt dort umherspazierte. Das Tier überquerte in aller Seelenruhe die Brusselsestraat, um sich danach über eine Seitenstraße abzusetzen, die in Richtung des Flusses Dijle führt. Doch dass sich ein Biber in ein Stadtzentrum begibt, ist für ihn kein Abendspaziergang, sondern vielleicht notwendig, so Naturschützer.
Kristijn Swinnen vom flämischen Naturschutzverband „Natuurpunt“ ist allerdings nicht wirklich verwundert: „Löwen ist das Epizentrum der Biber in Flandern. Besonders nachts, wenn es ruhig ist, trauen sie sich auch mal in die Stadt.“ Es ist also bei weitem nicht das erste Mal, dass dies passiert.
„Sie machen das, weil sie auf Nahrungssuche sind oder auf der Suche nach einem neuen Lebensraum. Dazu durchqueren sie auch mal bewohntes Gebiet und sogar Städte. Doch die Biber, die ein Auge auf ein Revier in Menschennähe werfen, haben nur 2 Optionen: Entweder, sie lassen sich nicht nieder, weil es zu viele Menschen dort gibt oder sie passen sich an und lernen, mit der Anwesenheit von Menschen in ihrer Umgebung zu leben. Und dann sind sie in der Tat weniger scheu“, so Kristijn Swinnen gegenüber VRT NWS.
Was soll man machen, wenn man „Auge in Auge“ mit einem Biber steht? „Das sind sanfte aber wilde Tiere. Man hält am besten etwas Abstand und sollte diese Begegnung genießen. Falls man sich positionieren muss, sollte man nicht zwischen dem Tier und Wasser stehen, denn dass ist sein Fluchtweg.“

