Vor genau 5 Jahren griff der Brexit. Das Vereinigte Königreich trat aus der Europäischen Union aus. Viele Unternehmen, die nach Großbritannien exportierten, mussten sich mit zahlreichen neuen Vorschriften und auch Hindernissen auseinandersetzen - auch flämische Unternehmen. In der Zwischenzeit hat der Handel flämischer Unternehmen mit dem Vereinigten Königreich wieder das Niveau von vor dem Brexit erreicht, aber die Bürokratie ist geblieben.
5 Jahre Brexit: Flandern hat sich beim Handel mit Großbritannien wieder erholt
Heute, genau fünf Jahre nach dem Brexit, sind die Ausfuhren flämischer Unternehmen in das Vereinigte Königreich wieder auf dem Stand von vor 2020, als sich Großbritannien aus der Europäischen Union verabschiedete. Für viele Unternehmen, die Waren und Dienstleistungen exportierten, wurde dies aufgrund zahlreicher neuer administrativer und anderer Hindernisse schwieriger - andere Vorschriften, die sie im Vereinigten Königreich plötzlich einhalten mussten. Unternehmen, die frische Waren und Lebensmittel exportieren, mussten eine Reihe von zusätzlichen und verwaltungsaufwändigen Bescheinigungen vorlegen können.
Um Unternehmen bei der Bewältigung dieser neuen Vorschriften zu helfen, wurde ein Brexit-Helpdesk eingerichtet. Dieser ist übrigens immer noch aktiv und bietet mehr als nur administrative Hilfe, sagt Lionel Orens, flämischer Wirtschaftsvertreter im Vereinigten Königreich.
Rückgang der Exporte?
Laut einer Studie der Katholischen Universität Löwen (KU Leuven) sollen die Exporte aus unserem Land nach Großbritannien um 13 % zurückgegangen sein. Das kann aber nicht nur am Brexit liegen, sagt Orens: „Der Handel hat sich in den ersten Jahren verschlechtert. Hinzu kamen die Corona-Epidemie und die wirtschaftlich schwierige Situation durch den Krieg in der Ukraine.“
Doch die flämischen Unternehmen erholten sich schnell wieder, dank eines Bündels an Erfahrungen, die unser Land bereits beim Export nach Großbritannien gesammelt hatte: „Einige Sektoren schnitten sogar besser ab.“ Die flämischen Exporte nach Großbritannien sind jetzt wieder auf dem Niveau von vor dem Brexit.
Widerstandsfähigkeit
Der prozentuale Anteil der Handelsströme von und nach Großbritannien ist jedoch im Vergleich zu anderen Märkten gesunken. Flandern liegt jetzt auf Platz 5 in der Rangliste der Exportmärkte. Vor dem Brexit lag das belgische Bundesland noch auf Platz 4. Nach Ansicht von Flanders Investment and Trade (FIT), der flämischen Außenhandels-Agentur, zeigt die Tatsache, dass der Handel in etwa gleich geblieben ist, die Widerstandsfähigkeit und Belastbarkeit flämischer Unternehmen.
Die Agentur verweist auch auf die intensiven Unterstützungsmaßnahmen der Regierung: „Die Brexit-Subventionen, der Brexit-Helpdesk und die Beratungskampagnen haben den Unternehmen durch eine schwierige Zeit geholfen.“ Laut FIT sind die Auswirkungen in Sektoren mit größerem Verwaltungsaufwand, wie Lebensmittel, Anlagen oder Bauwesen, am größten. „Für kleine Unternehmen überwiegt der erhöhte Verwaltungsaufwand nicht immer die Vorteile“, argumentiert FIT.
