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Unruhen im Kongo: Goma in Rebellenhand

Unruhen im Kongo: Flüge nach Kinshasa ausgesetzt – Unverständnis bei den Brüsseler Kongolesen

Die belgische Fluggesellschaft Brussels Airlines setzt den Flugverkehr zwischen Belgien und der Demokratischen Republik Kongo vorerst aus. Grund dafür sind Unruhen in der früheren belgischen Kolonie, seit Rebellen die Millionenstadt Goma besetzen konnten. 

Andreas Kockartz
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Am Dienstag hatten wütende Demonstranten in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa die Botschaften mehrerer Staaten belagert, dazu zählten auch die Niederlassungen Belgiens, Frankreichs und der USA. Dabei wurde das Eingangstor der belgischen Botschaft angezündet. Demonstranten versuchten in das Botschaftsgebäudes einzudringen, wie Polizei verhindern konnte.

Der Vormarsch der von Ruanda unterstützten Rebellengruppe M23 im Osten von Kongo löst bei Brüsselern mit kongolesischen Wurzeln sehr emotionale Reaktionen aus. Sie teilen in den sozialen Medien massenhaft Nachrichten und Videos über die sich rasch entwickelnde Situation in der mineralienreichen Provinz Nord-Kivu. Dort haben Rebellen und wohl auch ruandische Soldaten die Metropole Goma im äußersten Osten des Kongo eingenommen.

Entsetzte Politiker

Brüsseler Politiker aus der kongolesischen Gemeinschaft wie Bertin Mampaka (MR), Lydia Mutyebele (PS) oder Laurent Mutambayi (N-VA) werden mit Nachrichten und Anrufen überhäuft. Sie erhalten immer die gleiche Frage: „Können Sie mehr Druck auf Belgien und die internationale Gemeinschaft ausüben, um Ruanda zur Ordnung zu rufen?“

Laurent Mutambayi sagte gegenüber der Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ: „Der Kongo wird geplündert und der ruandische Präsident Paul Kagamé erhält vom Westen einen Freifahrtschein, um sein Ding durchzuziehen. Warum schauen alle weg? Das ist doch nicht normal. Ich kann nicht verstehen, warum die UN, die EU und Belgien keine Sanktionen gegen Ruanda ergreifen, obwohl der jüngste UN-Bericht die Unterstützung der M23 durch Ruanda dokumentiert.“

Reaktionen der belgischen Regierung

Die rund 3.000 Belgier, die sich in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa aufhalten, sollen nach Ansicht des belgischen Außenministeriums nicht evakuiert werden. Belgiens geschäftsführenden Außenminister Bernard Quintin (MR ) hält es für unverständlich, dass die Demonstranten die Botschaften angriffen. Er fordert die Belgier in Kinshasa auf, in ihren Häusern und Wohnungen zu bleiben.

Belgiens scheidender Minister für Entwicklungszusammenarbeit, Frank Vandenbroucke (Vooruit), hat die Eskalation der Gewalt in der kongolesischen Stadt Goma scharf verurteilt. Er rief zu einem sofortigen Waffenstillstand auf. Nach Angaben von humanitären Organisationen sind inzwischen hunderttausende Menschen im Osten des Kongo auf der Flucht.

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