Die Grippe-Epidemie in Belgien erreicht aktuell ihren Höhepunkt. Viele Krankenhäuser müssen derzeit mehr Grippepatienten aufnehmen, so dass sie gezwungen sind, ihren Betrieb anzupassen. In der Brüsseler Uniklinik (UZ) sind derzeit laut der Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ alle Betten belegt. Inzwischen erreicht die Grippewelle in unserem Land ein 5-Jahres-Niveau, was von den Gesundheitsbehörden aber nicht als dramatisch gewertet wird.
Ist der Höhepunkt der Grippe-Epidemie in Belgien erreicht?
Es sind vor allem ältere und gebrechliche Patienten sowie auffallend viele Kinder, die mit schwerer Grippe aufgenommen werden müssen. Da viele geriatrische Stationen und Einrichtungen für lungenkranke Patienten voll sind, werden auch die Patienten in anderen Abteilungen und Krankenhäusern, betreut. Zudem fallen auch Ärzte und Krankenschwestern wegen der Grippe aus. Die Hausarztpraxen sind ebenfalls voll und die Allgemeinmediziner haben viel zu tun mit aktuell 644 Grippediagnosen pro 100.000 Einwohnern (letzte Woche 654/100.000).
Nach Ansicht des Virologen Steven Van Gucht, Leiter des staatlichen wissenschaftlichen Gesundheitsamtes Sciensano, ist das Ausmaß der Grippeepidemie zwar hoch, aber nicht außergewöhnlich hoch: „Die Epidemie begann Ende Dezember und hat seither nur noch an Stärke zugenommen. Das setzt das Gesundheitssystem stark unter Druck, weshalb wir hoffen, dass es sich in den kommenden Wochen abschwächen wird“.
Es scheint nur sehr wenige Corona-Infektionen unter den Erkrankten zu geben: „Das ist eine gute Nachricht. Die Corona-Infektionen sind auf einem sehr niedrigen Niveau und scheinen vorerst nicht anzusteigen.“ Zuvor hatte Sciensano empfohlen, in öffentlichen Verkehrsmitteln und im Krankenhaus einen Mundschutz zu tragen, wenn Menschen Symptome haben. „Das ist eine Empfehlung, aber keine Verpflichtung“, so Van Gucht.
