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Reaktorblock im AKW Tihange
Inland
Politik

„Eine zusätzliche Laufzeitverlängerung für Doel 4 und Tihange 3 undenkbar“

Pläne, die Atomreaktoren Doel 4 und Tihange 3 für weitere 20 Jahre in Betrieb zu halten, sind heute undenkbar. Dieser Ansicht ist Vincent Verbeke, CEO des belgischen Energieproduzenten Engie. Die Stilllegung der bereits abgeschalteten Reaktoren, die Abschaltung der Reaktoren im Jahr 2025 und die Verlängerung von Doel 4 und Tihange 3 um 10 Jahre seien ohnehin ein gewaltiger Aufwand, sagt er im belgischen Parlament. Die französischsprachigen Liberalen (MR) reagieren abweisend und sprechen von  „wenig Verantwortungsbewusstsein zeugen“.

Andreas Kockartz
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„Wir konzentrieren uns auf das, worauf wir uns geeinigt haben, insbesondere auf die Verlängerung um 10 Jahre. Das ist schon eine große Aufgabe“, sagte Vincent Verbeke in der vergangenen Woche. Die Kernenergie gehöre nicht mehr zu den „strategischen Ambitionen“ von Engie, sagte so der Engie-CEO. Der französische Energieriese konzentriert sich auf erneuerbare Energien und Flexibilität: „In die Kernenergie investieren wir nicht mehr“.

Pläne, die Meiler Doel 4 und Tihange 3 zusätzlich um weitere 10 Jahre zu verlängern, lehnt Verbeke ab: „Eine 20-jährige Verlängerung ist ein anderes Projekt. Das gibt es nicht.“ Er hält die Kernkraft für zu teuer: „Die billigste Option ist, in erneuerbare Energien derzu investieren.“ Die Parlamentsfraktion der MR ist nicht glücklich über die „inakzeptablen Aussagen“ des Engie-Chefs. „Die Energiezukunft wird im Parlament entschieden, nicht im Verwaltungsrat von Engie“, so der Abgeordnete Mathieu Bihet.

Die billigste Option ist, in erneuerbare Energien zu investieren.“

Vincent Verbeke (Engie)

Die französischsprachigen Liberalen sitzen am Verhandlungstisch zur Bildung einer neuen belgischen Bundesregierung und waren in der scheidenden Regierung der größte Befürworter von mehr nuklearen Ambitionen. „Die föderale Regierung entscheidet über die Energiezukunft des Landes und nicht ein Monopolunternehmen, das seine eigenen strategischen Interessen verfolgt“, so Bihet.

Dass sich ein Unternehmen wie Engie über politische Entscheidungen hinwegsetzt, die im Interesse der Bürger und der Energieunabhängigkeit unseres Landes getroffen wurden, hält er für inakzeptabel. Die Äußerungen von Verbeke zeugten „von wenig Verantwortungsbewusstsein in einem internationalen Kontext, in dem die Energieautonomie wichtiger denn je ist“, so der frankophone Liberale.

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