Im Antwerpener Diamantensektor ist das Handelsvolumen im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. 2024 wurden dort Diamanten und andere Edelsteine im Wert von 23,7 Mia. € gehandelt. Das entspricht einem Rückgang von rund einem Viertel weniger im Vergleich zu 2023.
Laut dem Geschäftsbericht des Verbandes der dortigen Händler, dem Antwerp World Diamond Center, AWDC, sinken die Handelszahlen in der flämischen Hafenmetropole nicht erst seit gestern. 2023 ging das Handelsvolumen dort schon um etwa 20 % zurück.
Beim AWDC heißt es dazu, dass der Diamantenhandel von einer weltweiten Krise betroffen sei, die Antwerpen besonders hart treffe. Die Nachfrage sinke deutlich, vor allem aus China. Auch die europäischen Wirtschaftssanktionen bzw. die G7-Sanktionen gegen Russland seit dem Angriffskrieg auf die Ukraine würden zu den Problemen beitragen. Der Handel mit Russland belief sich auf etwa 35 % der Einfuhr von Rohdiamanten: „Das fällt jetzt vollständig weg.“
So gut wie alle Diamanten, die Europa verlassen oder erreichen, durchlaufen Antwerpen. Hier sind rund 1.400 Unternehmen in diesem Sektor aktiv. Hinzu kommen noch die zahlreichen und Einzelhandelsgeschäfte, die sich mit Diamanten befassen. Das sorgt für ungefähr 3.500 Arbeitsplätze.
Inzwischen, so stellt das AWDC fest, übernehmen Länder wie Dubai, Indien oder Südafrika Teile der Geschäfte, denn von dort aus liegen keine Boykotts gegen Russland vor.
