Die Provinz Antwerpen hat dem Chemieunternehmen Ineos erneut eine Genehmigung für den Bau des neuen Ethancrackers im Hafen von Antwerpen erteilt. Dies ist bereits die vierte Genehmigung und die Provinz hofft, dass damit ein seit Jahren andauernder Verfahrensstreit beendet wird.
Ineos erhält neue Genehmigung für den umstrittenen Ethancracker: Provinz hofft auf Ende der Proteste
Inzwischen ist der Bau des Ethancrackers weit fortgeschritten. In dieser Woche erst wurde der eigentliche Cracker, das industrielle Herzstück der neuen Anlage, per Schiff angeliefert – siehe Fotos weiter unten. Er soll nächstes Jahr in Betrieb genommen werden - 2 Jahre später als geplant. Diese Verzögerung ist auf die Einspruchsverfahren gegen die früheren Umweltgenehmigungen für den Bau der Anlage zurückzuführen. Der Bau geriet ins Stocken, nachdem die ursprüngliche Genehmigung vom Rat für Genehmigungsstreitigkeiten widerrufen worden war.
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Nach der Verabschiedung des Stickstoffdekrets der flämischen Landesregierung erhielt Ineos eine neue Genehmigung, die unter anderem die Auflage enthielt, dass die neue Anlage bis 2035 ohne fossile Brennstoffe produziert. Bis dahin soll nur noch Wasserstoff als Ausgangsstoff verwendet werden. Zu Beginn wird der Kocher also noch Gas zur Verbrennung benötigen. Dabei handelt es sich nicht um gewöhnliches Gas, sondern um das umstrittene US-Schiefergas. Und die Verbrennung von Gas bedeutet natürlich schädliche Emissionen. Für einige Umweltorganisationen war das Grund genug, die Genehmigung danach erneut in Frage zu stellen.
Protest aus den Niederlanden
Auch aus zwei niederländischen Provinzen kam Unterstützung für den Protest. Zeeland und Noord-Brabant argumentierten, dass die zusätzlichen Emissionen in Grenznähe den Naturschutzgebieten in ihrer Region schaden würden. So wurde im September 2024 ein neues Einspruchsverfahren gegen die Genehmigung für Ineos eingeleitet. Doch noch bevor darüber entschieden wurde, beantragte der britische Chemiekonzern eine neue Genehmigung, die jetzt von der Provinzregierung genehmigt wurde.
Damit ist das Einspruchsverfahren hinfällig. Die Gegner des Ethancrackers behauptet, dass dies der eigentliche Grund für die Einreichung des neuen Antrags war. Denn jeder, der jetzt noch Einspruch erheben will, muss bis Ende Februar ein neues Verfahren einleiten. Bevor das allerdings abgeschlossen ist, wird die Anlage fast in Betrieb sein. Ineos bestreitet, dass der neue Antrag darauf abzielt, das Einspruchsverfahren zu unterlaufen. Er diene dazu, die neuesten Vorschriften einzuhalten...
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Ethan-Cracker spaltet die Politik
Der Ethancracker ist zum Teil auch ein politischer Streitpunkt. Die flämischen Nationaldemokraten N-VA sind ein Befürworter und die Grünen von Groen sind ein erklärter Gegner des Projekts. N-VA-Koalitionspartner Vooruit im Stadtrat von Antwerpen, ist hin- und hergerissen zwischen Umweltargumenten auf der einen und zusätzlichen Arbeitsplätzen auf der anderen Seite. Um einen Ausweg aus der Sackgasse zu finden, hat es zudem diskrete Gespräche zwischen Flandern und den Niederlanden gegeben. Provinz, Stadt und Hafen in Antwerpen hoffen, dass diese Gespräche eine erneute Klage der niederländischen Provinzen verhindern konnten.
Wenn es aber von niederländischer Seite zu neuen Klagen kommt, wird in Antwerpen auch davon ausgegangen, dass es den Niederländern weniger um die Natur als um wirtschaftliche Interessen geht. „Flandern und sogar Ministerpräsident Matthias Diependaele (N-VA) haben die notwendigen Kontakte geknüpft und Gespräche geführt“, sagte Luk Lemmens (N-VA), Provinzdeputierter für Genehmigungen: „Ich hoffe, dass die niederländischen Provinzen Zeeland und Noord-Brabant jetzt nicht in Berufung gehen werden. Das ist ein Aufruf.“
