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Goethe-Institut und Bozar - Halaqat kommt zurück nach Brüssel

Halaqat - das Projekt zur Förderung des kulturellen Austauschs zwischen Europa und den arabischen Ländern - kommt zurück nach Brüssel. In seiner neuen Phase bietet es Kulturschaffenden aus beiden Regionen Raum zur künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema Care. Den Auftakt bilden eine Filmreihe mit arabischen Filmemacherinnen sowie ein Abend mit der Prix Goncourt-Gewinnerin Leïla Slimani im Bozar.  

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Vom 22. bis zum 28. Januar 2025 heißt Bozar das Publikum für die ersten Aktivitäten im Rahmen der neuen Halaqat-Phase willkommen. Die Serie Echoes of Equality untersucht Gender-Beziehungen in arabischen Ländern und Communities in Europa, sowie ihre Repräsentation in Film und Literatur der zeitgenössischen arabischsprachigen Welt. Das Programm wird im neuen Kinosaal von Bozar (The 23) präsentiert und ist Teil des regelmäßigen Formats Our Burning World. 

Dieses stellt Filme und Diskussionen zu wichtigen Problemen unserer Zeit in den Mittelpunkt - vor allem in den Bereichen Politik, Umwelt und Gesellschaft. In Anwesenheit der Filmemacherinnen Leïla Albayati und Myriam El Haj beleuchtet die Serie die Weitergabe von Werten, Verpflichtungen und Traditionen und zeigt damit verschiedenste Lebensrealitäten aus dem Maghreb bis in den Irak sowie aus Ägypten und Palästina.

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Leila Slimani

Leïla Slimani

Am 28. Januar präsentiert die französisch-marokkanische Autorin und Prix Goncourt-Gewinnerin Leïla Slimani ihren neuen Roman „J’emporterai le feu“ – den letzten Teil ihrer Trilogie „Le Pays des Autres“. Das Buch spielt in den 1980er-Jahren und dreht sich um die Erinnerungen von Mia – einer jungen Autorin aus Paris, die ihre Familiengeschichte reflektiert. 

Die generationenübergreifende Erzählung spannt sich von der Entkolonialisierung Marokkos bis in die 1980er-Jahre. Dabei setzt sich der Roman mit Fragen um Freiheit, Exil und den Konflikt zwischen Tradition und Identität auseinander. Im Gespräch mit der Journalistin Safia Kessas wird Slimani über ihre Arbeit und die komplexen Wechselwirkungen zwischen Frausein, Familie und Gesellschaft sprechen.  

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Filmszene aus "Who Do I Belong To" von Meryam Joobeur

Ein neues Kapitel, das auf der ersten Runde aufbaut

An der ersten Phase des Halaqat-Projekts nahmen über 100 Künstlerinnen und Künstler, Partnerinnen und Partner, Expertinnen und Experten aus Europa und den arabischen Ländern teil. Mit öffentlichen Diskussionen, Konzerten, Aufführungen und Ausstellungen wurden mehr als 60.000 Besucherinnen und Besucher erreicht. Die Aktivitäten starteten in Brüssel und wurden später nach Rabat (mit dem Festival Visa for Music), Kairo (mit Cairotronica) und Amman (mit dem Amman Jazz Festival und IDEA - International Dance Encounter Amman) ausgeweitet. 

Die Netzwerke, das Wissen und die „Lessons for the Future“ aus der ersten Phase bilden die Grundlage für die Neuauflage. In Ergänzung zu Aktivitäten in Belgien erweitert Halaqat durch spezifische Unterstützung von Kulturszenen in Ägypten, Jordanien, Libanon und Marokko seine geografische Ausrichtung. 

Fördermöglichkeiten

Durch einen sowohl inter- als auch intraregionalen Ansatz soll insbesondere ein stärkerer Süd-Süd-Austausch gefördert werden. Zudem wird Konzepten der Lokalität und der Bedeutung von Kulturarbeit in lokalen Communities auf nachgegangen.

Das Projekt bietet zahlreiche Fördermöglichkeiten für Künstlerinnen und Künstler, Kuratorinnen und Kuratoren, Kollektive, Festivals und Organisationen in den teilnehmenden Ländern. Durch Stipendien und Residenzen, sowie Workshops und Mentoringprogramme sollen künstlerische Stimmen gestärkt werden. Die erste Ausschreibung wird Anfang 2025 veröffentlicht.

22. bis 28. Januar 2025, Bozar - Zentrum für Schöne Künste, Ravensteinstraat 23, 1000 Brüssel. Info: www.goethe.de/belgien/halaqat

Was ist Halaqat?

Das Projekt Halaqat, dessen Name sich aus dem arabischen Begriff für „vielfältige Verbindungen und Kreise“ ableitet, geht in die nächste Runde. Seit dem Start im Jahr 2021 trägt es zur Stärkung der kulturellen Beziehungen zwischen Europa und arabischen Ländern bei und baut dabei auf die zahlreichen bestehenden Verbindungen zwischen beiden Regionen auf. In der neuen Auflage widmet Halaqat sich dem Thema Care und untersucht es aus einer Genderperspektive. 

„Care“ ist ein weit gefasster Begriff, der eine besondere Aufmerksamkeit oder (Für-)Sorge für eine Person oder Sache beschreibt. Daneben schwingt eine weitere Bedeutung mit: sich kümmern oder sich Gedanken machen, also ein Gefühl der Verantwortung oder Wachsamkeit in Bezug auf eine bestimmte Situation oder ein Objekt. 

Halaqat möchte sowohl Kunst- und Kulturschaffende als auch Praktikern und Praktikerinnen zum Austausch über das Thema Care anregen: Wie geht man mit unterschiedlichen Vorstellungen von Care um? Wie beeinflussen vorherrschende Narrative, welche Körper Fürsorge erfahren (und welche gerade nicht) und wie kann man diese Narrative hinterfragen? Wie können wir Care-Praktiken in der Kulturszene und in der Gesellschaft insgesamt stärken?

Quelle: Pressemitteilung des Goethe-Instituts Brüssel

Das Goethe-Institut in Brüssel

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