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Gaza-Stadt in diesen Tagen

Tausende Professoren, Dekane und Studierende aus flämischen Unis rufen zum akademischen Boykott Israels auf

Ein offener Brief, in dem die Beendigung jeglicher Zusammenarbeit mit israelischen Universitäten gefordert wird, hat bereits mehr als 6.800 Unterschriften gesammelt. Darunter befinden sich fast 1.300 Professoren, über 30 Dekane, mehr als 1.500 Wissenschaftler, hunderte Mitarbeiter aus Verwaltung und Technik sowie tausende Studierende. Den in diesem offenen Brief enthaltenen Forderungen schließen sich inzwischen auch Prominente an. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Israel habe sich des Völkermordes schuldig gemacht und die israelischen Universitäten seien - direkt oder indirekt - mit der israelischen Regierung und der Armee verbunden. Daher können diese Universitäten nicht von Israels Verstößen gegen das Völkerrecht getrennt werden. 

Aus diesem Grunde müssen die belgischen Universitäten alle „schädlichen Kooperationen“ mit israelischen Universitäten einstellen. Sie sollten vorerst auch nicht auf neue Kooperationen eingehen, so die Forderung aus der flämischen Universitätswelt.

Der offene Brief ruft zu einem vollständigen akademischen Boykott gegen Israel auf. „Israelische Universitäten sind nicht nur in den Völkermord in Gaza verwickelt, sondern auch in die Besetzung der palästinensischen Gebiete“, sagte Koen Bogaert, Professor für und Entwicklung an der Universität von Gent (UGent) und Initiator dieser Aktion: „Wir haben einen Boykott gegen den Iran, wo ein Kollege von der VUB inhaftiert ist. Nach der Invasion in der Ukraine haben wir das Gleiche mit russischen Universitäten gemacht. Warum also tun wir nicht das Gleiche mit israelische Einrichtungen?“ 

Die Rektoren der Universitäten werden den offenen Brief nächste Woche im Flämischen Interuniversitären Rat (VLIR) behandeln. Inzwischen schließen sich auch prominente Mitbürger den Forderungen dieses offenen Briefes an, wie z.B. die scheidende Vizepremierministerin Petra De Sutter von den flämischen Grünen (Groen) und der frühere VRT-Kriegsberichterstatter Rudy Vranckx. 

Im vergangenen Jahr hatte es an verschiedenen Universitäten in ganz Belgien Protestaktionen gegen die akademische Zusammenarbeit mit israelischen Bildungseinrichtungen gegeben, die in einigen Fällen auch zum Erfolg geführt hatten. 

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter) 

Ahmadreza Djalali

Bei dem in dem offenen Brief erwähnten Kollegen handelt es sich um den iranisch-schwedischen Professor Ahmadreza Djalali. Ihm ist es gelungen, aus der Todeszelle im Gefängnis von Teheran eine Tonaufnahme in die Welt zu senden. Diese wurde vom schwedischen öffentlich-rechtlichen Sender SVT ausgestrahlt. 

Djalali, der auch Gastprofessor an der flämischen Universität VUB in Brüssel war, bittet die schwedische Regierung erneut darum, mehr für seine Freilassung zu tun. 

Djalali ist seit mehr als 3.000 Tagen inhaftiert und wurde 2017 wegen Spionage zum Tode verurteilt. Der Prozess und das Urteil sind jedoch höchst umstritten. Djalali hat schwere gesundheitliche Probleme und es wird befürchtet, dass das Todesurteil tatsächlich vollstreckt wird.

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