Der Brüsseler Nationalflughafen könne die in der vonn Flandern gewährten Umweltgenehmigung aufgenommenen Lärmschutznormen für die nächsten Jahre nicht erreichen, sagte Brussels Airport-CEO Arnaud Feist gegenüber der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd. Die Lärmschutzziele seien nicht realistisch, so Feist. Anwohner und Bürgerinitiativen in Zaventem und Umgebung zeigen sich entsetzt.
„Brussels Airport kann in den kommenden Jahren die Geräuschnormen nicht erreichen“
„Wir wollen den Impakt der Flüge auf die Anwohner so weit wie möglich reduzieren, doch die Ziele, die auferlegt werden, sind nicht realistisch“, so der Airport-CEO in De Tijd. Diese Lärmnormen seien lediglich mit neuen Flugzeugen zu erreichen, „doch sowohl Boeing, als auch Airbus haben seriöse Probleme bei der Auslieferung von neuen Maschinen.“
Der amerikanische und der französische Flugzeugbauer haben seit Corona mit schwer gestörten Lieferketten zu kämpfen, wodurch von den Airlines bestellte Maschinen nicht fertiggestellt und ausgeliefert werden konnten und können.
Flämische Auflagen
Der belgische Nationalflughafen liegt in Zaventem in der Provinz Flämisch-Brabant. Im März 2024 erhielt der Airport von der damaligen flämischen Umweltministerin Zuhal Demir von den flämischen Nationaldemokraten N-VA eine unbeschränkte Umweltgenehmigung.
Darin ist kein Verbot von Nachtflügen enthalten, wohl aber die verpflichtende Auflage, bis 2032 „Schlafstörungen für die Anwohner um 30 % zu senken.“ Diese Auflage muss ab 2026 eingeleitet werden und zwar durch stets strenger werdende Lärmnormen für Nacht- und Wochenendflüge.
Anwohner und Bürgerinitiativen entsetzt
Die Menschen, die in direkter Umgebung des Flughafens, z.B. in Zaventem oder in Sterrebeek wohnen, sind entsetzt. Bei den lokalen Bürgerinitiativen gegen Fluglärm heißt es dazu: „Damit schiebt der Brussels Airport jegliche Verantwortung von sich weg, während wir die Folgen tragen.
Leisere Flugzeuge einzusetzen war eines der Hauptargumente dafür, dass der Flughafen im März 2024 überhaupt die Umweltgenehmigung der flämischen Regierung bekam, so die Bürgerinitiativen „Sterrebeek 2000“ und „Actie Noordrand“.
