Die Leitung des Pharmaunternehmens Novartis in Puurs in der Provinz Antwerpen leitet ein Verfahren für eine kollektive Entlassungen ein. 170 Arbeitsplätze sind bedroht. Dies wurde am Mittwoch im Rahmen einer außergewöhnlichen Betriebsratsversammlung bekannt. Bei Novartis in Puurs arbeiten aktuell rund 1.160 Beschäftigte.
170 Arbeitsplätze beim Pharmaunternehmen Novartis in Puurs bedroht
Der Produktionsstandort in Puurs war laut der christlichen Gewerkschaft ACV lange Zeit „führend“ innerhalb der Unternehmensgruppe, auch dank der ehemaligen Tochtergesellschaft der Schweizer Novartis, Alcon. Diese war auf chirurgische Instrumente für Augenoperationen spezialisiert. Krankenhäuser und Ärzte konnten sich die einzelnen Operationsgeräte individuell nach Bedarf im Sortiment zusammenstellen.
Doch 2019 wurde Alcon ausgegliedert und seither steht das börsennotierte Unternehmen auf eigenen Füßen. Diese Abspaltung hat den Gewerkschaften zufolge nicht viel Gutes gebracht. Novartis kündigte schon für 2022 eine umfassende globale Umstrukturierung an, obwohl in Flandern letztlich „nur“ ein paar Dutzend Arbeitsplätze wegfielen. Doch jetzt sind die Folgen einer weiteren Stufe der Umstrukturierung schwerer.
Bei dem Pharmaunternehmen haben die Gewerkschaften und die Unternehmensleitung inzwischen ein Informations- und Konsultationsverfahren nach dem Renault-Gesetz über Massenentlassungen in Belgien eingeleitet.
Normalerweise muss das Renault-Gesetz in großen Unternehmen angewendet werden, wenn mindestens 30 Arbeitnehmer in einem Betrieb mit mehr als 300 Beschäftigten betroffen sind. In Puurs arbeiten aktuell rund 1.160 Menschen für Novartis. Von ihnen sind 170 Mitarbeiter von der Entlassung betroffen. In ganz Belgien beschäftigt das Basler Unternehmen 1.750 Menschen.
