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Mehr als 70 Organisationen fordern die Einführung von Pfandgeld in Belgien

Getränkeverpackungen werden in Belgien immer noch ohne Pfand verkauft. Trotz früherer Zusagen ist das Dosen- und Flaschenpfand immer noch nicht eingeführt worden. Mehr als 70 Organisationen haben in einem Brief an die Politiker in Belgien appelliert, sich für ein wirksames Pfandsystem einzusetzen. Der Brief wurde von der „Allianz für Pfand“ aus Flandern verfasst.

Andreas Kockartz Belga
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Zu den Unterzeichnern gehören Organisationen wie der Landwirtschaftsverband Boerenbond, die flämischen Umweltverbände Natuurpunt und Bond Beter Leefmilieu oder der Verbraucherschutz-Organisation Test Aankoop/Tests Achats. Aber auch flämische Gemeinden wie Anzegem, Deinze, Roeselare und Temse unterstützen die Forderung nach einem Pfandsystem. 

Es wird darauf hingewiesen, dass die Einführung eines Pfands auf Einweg-Getränkeverpackungen von der Bevölkerung mehr als ausreichend unterstützt wird: Laut einer Umfrage von Test Aankoop ist eine Zweidrittelmehrheit der belgischen Verbraucher dafür.

„Unvermeidlich“

Mehrere politische Parteien wie die flämischen Christdemokraten CD&V - die Partei des derzeitigen Umweltministers von Flandern, Jo Brouns - und die flämischen Sozialisten Vooruit haben ihren Wählern das Pfand versprochen, hieß es in dem Schreiben. Zuhal Demir (N-VA), die Vorgängerin von Landesumweltminister Brouns, nannte das Pfand sogar „unvermeidlich“. Das regionale flämische Abfallunternehmen OVAM versprach im lokalen Materialplan 2023-2030, dass Pfand im Jahr 2025 eingeführt werden würde.

„Belgien hinkt hinterher“

„Alle Elemente für die Einführung von Pfand liegen endlich auf dem Tisch, aber es liegt an Ihren Regierungen, ihren Worten auch Taten folgen zu lassen“, heißt es in dem Schreiben. Immer mehr Länder in der Europäischen Union führen aufgrund der neuen europäischen Verpackungsvorschriften ebenfalls Pfand ein. Österreich wird dieses Jahr damit beginnen. „Belgien hinkt also in Europa hinterher“, so die Initiatoren.

Ohne Pfand landen viele Flaschen und Dosen in der Natur, in der Landwirtschaft oder auf der Straße. Auch die Bauernverbände sprechen sich für das Pfand aus, weil Nutztiere krank werden oder sterben, wenn Reste von Flaschen und Dosen auf den Weiden oder in ihrem Futter landen: „Wir fordern daher, liebe politische Entscheidungsträger: Machen Sie endlich Schluss mit dieser Verschmutzung. Führen Sie jetzt Pfand ein!“

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