Nach Angaben der Gewerkschaften haben an diesem Montag, 13. Januar, etwa 30.000 Menschen vor allem aus dem Unterrichtswesen in Brüssel gegen die geplante Rentenreform demonstrieren. Die Arizona-Parteien, die an der Bildung einer neuen belgischen Bundesregierung arbeiten, haben allerdings noch nichts verabschiedet. Der Aktionstag der Gewerkschaften hatte in erster Linie Auswirkungen in den Schulen, im ÖPNV sowie im Fernverkehr und auf den Flugverkehr. Angesichts der Demonstration bat die Polizei die Bevölkerung, Brüssel so weit wie möglich zu meiden, insbesondere mit dem Auto. Am Rande der Demonstration kam es zu einer Rangelei zwischen Polizisten und protestierenden Feuerwehrleuten, die sich nicht an die abgesprochene Route halten wollten. Dabei wurden einige Polizisten leicht verletzt.
Streiks und Demo in Brüssel: Aktionstag gegen die geplante Rentenreform in Belgien
Verkehrsbehinderungen in Brüssel
„Die Rentenpläne von Arizona sind ein Frontalangriff auf die Pensionen der Arbeitnehmer und ein noch nie dagewesener Rückschritt für das System des öffentlichen Dienstes“, heißt es bei der Gewerkschaftsfront (ACV, ACLVB und ABVV). Auch der Verteidigungssektor wird bei der Demonstration in Brüssel vertreten sein.
Zum ersten Mal seit 2016 nahmen Militärangehörige - die kein Streikrecht haben - an einer nationalen Demonstration teil. Dabei warden auch Vertreter des Gefängniswesens und der Berufsfeuerwehren. Während der Demonstration wurden mehrere Polizisten verletzt, nachdem sie von einigen Feuerwehrleuten angegriffen worden waren. Diese waren von der Route abgewichen und wollten den Verkehr am Kleinen Ring in der Nähe der Namsepoort blockieren. Die Polizei verurteilt die Gewalt und wird den Vorfall gründlich untersuchen.
„Wir erwarten aufgrund der Demonstration von 9 Uhr morgens bis zum Nachmittag Verkehrsbehinderungen, insbesondere im Zentrum von Brüssel“, sagte Polizeisprecherin Ilse Van de Keere am Morgen gegenüber VRT NWS. Die Polizei rät allen, die sich nicht in Brüssel aufhalten müssen, die Hauptstadt zu meiden, insbesondere mit dem Auto. Denen, die in Brüssel sein müssen, wird empfohlen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen, doch auch dort sind Störungen zu erwarten.“
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Das Bildungspersonal streikt am Montag gegen Rentenpläne
Aus dem Bildungssektor haben sich laut den Gewerkschaften mehr als 20.000 Personen gemeldet, die sich dem Protest anschließen sollten, doch es wurden weitaus mehr.
Die Auswirkungen auf die Schulen waren erheblich. Eine Umfrage des Verbands der Schulleiter zeigte, dass ein Viertel der flämischen Schulen geschlossen blieben. In den Schulen, die geöffnet waren, wurde eine Betreuung organisiert.
Auch in Brüssel und in der Wallonie wurde im Schulwesen gestreikt. In den Hochschulen und Universitäten hieß es, dass Klausuren und Examen so weit wie möglich durchgezogen werden sollten.
Öffentlicher Nahverkehr und Fernverkehr erheblich gestört
Aufgrund der Gewerkschaftsaktion waren in Belgien deutlich weniger Züge unterwegs. Die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB arbeitete mit einem alternativen Fahrplan, bei dem 2 von 3 IC-Zügen und 4 von 5 L- und S-Bahn-Zügen nicht fahren.
Wer mit der Bahn ins Ausland reisen wollte, musste ebenfalls mit Störungen rechnen. Viele Regionalzüge, unter anderem nach Maastricht, Luxemburg und Lille fallen aus und auch die Eurocity-Fahrpläne können gestört sein. Der Nightjet nach Wien und Berlin fährt in Köln ab statt in Brüssel.
Die Brüsseler Verkehrsgesellschaft MIVB/STIB erwartete "erhebliche Beeinträchtigungen des öffentlichen Verkehrs“. Auch das wallonische Verkehrsunternehmen TEC hatte „Störungen“ im Netz.
Die flämische ÖPNV-Gesellschaft De Lijn rechnete nicht mit größeren Beeinträchtigungen. „Unsere Fahrer nehmen nicht an der Gewerkschaftsdemonstration teil. Allerdings kann es bei einigen Subunternehmern zu Beeinträchtigungen kommen. Planen Sie Ihre Route über unsere Website oder App, bevor Sie Ihre Reise antreten“, hieß es auf der Website.
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Flugverkehr, Müllabfuhr, Post und anderes
Am Brüsseler Nationalflughafen in Zaventem beteiligen sich zahlreiche Mitarbeiter der Gepäckabfertigung und des Sicherheitspersonals an der Gewerkschaftsaktion. Die Auswirkungen auf die Linienflüge sind enorm. Insgesamt sind rund 40 % der Linienflüge gestrichen. Der Flughafen Charleroi erwartete zunächst nur Verspätungen, aber keine Annullierungen, doch im Laufe des Tages erwies sich hier der gesamte Flugverkehr als gestört.
Die Fluggesellschaft Brussels Airlines teilt mit, dass sie etwa die Hälfte ihrer Flüge in Europa streichen wird. „Wir versuchen, unsere Langstreckenflüge so weit wie möglich zu schützen, damit sie stattfinden können“, heißt es.
Die belgische Post, Bpost, warnte davor, dass Pakete „aufgrund der nationalen Gewerkschaftsaktion“ länger brauchen können: „Wir tun alles, um Ihr Paket so schnell wie möglich zuzustellen“, heißt es auf der Website von Bpost.
Mehrere Gemeinden in Belgien hatten zudem angekündigt, dass die Müllabfuhr gestört sein könnte. Auch Schwimmbäder in einigen Städten blieben geschlossen.



