Schülerinnen und Schüler des Studiengangs Bäckerei und Konditorei im Dualen System haben in der vergangenen Nacht rund 1.400 Wurstbrötchen und Apfelberliner für den „Verlorenen Montag“ gebacken, eine alte Antwerpener Tradition. Sie begannen am Sonntagabend um 22 Uhr und backten bis Montagmorgen um 6 Uhr weiter.
Antwerpener Schülerinnen und Schüler backten 1.400 Apfelberliner und Wurstbrote für den „Verlorenen Montag“
Es war eine arbeitsreiche Nacht in den Backstuben der angehenden Bäckerinnen und Konditoren der der städtischen Schule im Ortsteil Dam. Dort wurden am Fließband Apfelberliner und Wurstbrote gebacken. Die meisten davon werden an kommunale Schulen in Antwerpen geliefert.
Die neue Schulschöffin von Antwerpen, Nabilla Ait Daoud (N-VA), half am Sonntagabend ebenfalls beim Backen in dieser Schule: „Ich dachte, es sei wichtig, den Bäckerschülern einen Anstoß zu geben und zu sehen, wie das duale Lernen im wirklichen Leben funktioniert“, sagte sie.
Für Ait Daoud war es der erste Schulbesuch in ihrer neuen Funktion als Stadträtin für Bildung. Zuvor war sie für den Bereich Kultur zuständig. Ait Daoud plant bereits, in dieser Legislaturperiode alle Antwerpener Schulen zu besuchen.
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Wurstbrot und Apfelberliner: Woher kommt die Tradition des "Verlorenen Montags" in Antwerpen?
Jedes Jahr am „Verlorenen Montag“ isst fast jeder in der Provinz Antwerpen gebackene Wurstbrote und Apfelberliner. Doch woher kommt diese Tradition? Und seit wann gibt es sie?
Der „Verlorene Montag“ (in Niederländisch „Verloren Maandag“) wird jedes Jahr nach dem ersten Sonntag nach dem Dreikönigstag begangen. Das ist dieses Jahr Montag, der 9. Januar. In der Gegend um Antwerpen taucht dieser „Verlorene Montag“ in Dokumenten aus dem 15. und 16. Jahrhundert auf und hierbei spielen die Beamten eine Rolle. Offenbar leisteten an diesem Tag Beamte, Mitglieder der Gilden und andere offizielle Personen ihre Eide, wie einer Akte im Jahr 1730 zu entnehmen ist.
Doch die eigentliche Tradition dieses Tages entstand offenbar viel später. Sicher ist, dass viele Landsleute bis weit ins 19. Jahrhundert hinein am „Verlorenen Montag“ in eine Herberge zogen, um sich dort an Wurst und anderem geratenen Fleisch zu laben. Das eigentliche Wurstbrot (in Blätterteig eingebackene Wurst aus Hackfleisch) soll erst Anfang des 20. Jahrhunderts von einem Metzger irgendwo in Flandern erfunden worden sein.
Doch so richtig zur Tradition wurde dieses Wurstbrot- und Apfelberliner-Essen wohl erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als Betreiber von Cafés und Kneipen damit ihre Stammkunden einluden. Letztendlich wird diese Tradition nur in der Provinz Antwerpen und im nahegelegenen Waasland fortgesetzt. Aber, auch in der niederländischen Provinz Nord-Brabant gibt es einen „Verlorenen Montag“. Dort ist er zudem als regionale Tradition geschützt und gehört somit zum immateriellen Kulturerbe. In den Niederlanden ist das Wurstbrot allerdings kleiner und aus herkömmlichen Teig gebacken.


