Mit dem Werk „Abendzug“ schuf der belgische Surrealist Paul Delvaux ein Gemälde aus Licht und Schatten rund um das Bahnhofs- und Eisenbahngeschehens aus der Anfangszeit des 20. Jahrhunderts. Das Bild entstand zwar 1957, doch es ist ein Blick zurück in die Geschichte. Delvaux wohnte eine Zeit lang in der Brüsseler Gemeinde Watermaal und zwar in der Nähe des dortigen Bahnhofs. Sein Interesse für die Eisenbahn im Allgemeinen sorgte dafür, dass er sich hier inspirieren lassen konnte.
Auffallend am „Abendzug“, ist ein kleines Mädchen, dass dem abfahrenden Zug hinterherschaut. Er habe eine stille, friedliche Szene gemalt, sagte Paul Delvaux einmal zu diesem Werk, dass ihn wohl als einen introvertierten Menschen kennzeichnet.
Der Maler hatte stets unter seiner dominanten Mutter gelitten. Auf ihr Verlangen hin hatte er mit seiner Jugendliebe gebrochen. Ob dieses Gemälde eine Erinnerung an diese unerreichbare Liebe ist? Vielleicht. Delvaux malte das Bild als er fast 60 Jahre alt war…
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Mit seiner Faszination für die Eisenbahn mit ihren Zügen und ihrer Architektur konnte er wohl kaum einen besseren Ort als den Bahnhof von Watermaal finden, um eine so friedliche Szene zu schaffen. Delvaux malte dieses Bild aus seinen Erinnerungen heraus, denn er arbeitete nur in seinen frühen Schaffensjahren vor Ort. Später fühlte er sich wohler in seinen Ateliers in den verschiedenen Orten, in denen er lebte.
Watermaal-Bosvoorde
Paul Delvaux hat rund 30 Jahre in der Brüsseler Gemeinde Watermaal-Bosvoorde gelebt. 1952 zog er mit seiner zweiten Frau Anne-Marie de Martelaere in diese Gemeinde. Zunächst wohnte er in der Alfred Solvaylaan in der Nähe des Zoniën-Waldes und danach in der Klokjeslaan im Dries-Viertel unweit des Bahnhofs Watermaal. Hier lebte und arbeitete er bis 1984, bevor er nach Sint-Idesbald an die Nordseeküste umzog.
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Der Bahnhof und seine Umgebung kommen in einigen seiner Werke vor, z.B. in "La Gare Forestière", "Watermaal-Bosvoorde 1905" , in "Die Vorstadt", in "Der Nachtwächter II" oder in "Alle Lichter". Auch die pittoresken Häuser im Bahnhofsviertel, oft Ziegelbauten oder verspielte Art-nouveau-Bauten, die nicht selten weiße Streifen aufweisen - in der Gemeinde auch scherzhaft "Specklagen" genannt - tauchen in den Bildern auf.
Heute wirken der leerstehende Bahnhof und sein direktes Umfeld etwas trostlos durch die lieblose "moderne" Gestaltung der Bahnsteige und die Lärmschutzwände. Doch ein Spaziergang durch die Gemeinde lohnt sich allemal.
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Dort in der Umgebung des Zoniënwaldes liegen auch die beiden Gartenstädte Le Logis und Floréal, die Villa Empain und die Friedhöfe von Elsene und Dieweg. Mit dem ÖPNV erreicht man den Bahnhof von Watermael stündlich von Brüssel aus mit den Zügen nach Louvain-La-Neuve und mit den MIVB-Bussen der Linie 41.
