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Weltpremiere in der Brüsseler Uniklinik: Entferntes und eingefrorenes Hodengewebe wieder eingepflanzt

Das Universitätsklinik Brüssel (UZ Brussel) ist das erste Krankenhaus der Welt, dem es gelang, einem unfruchtbaren Mann eingefrorenes Hodengewebe wieder einzusetzen. Das Gewebe war ihm vor 16 Jahren vorsorglich entnommen worden, kurz bevor er sich einer Chemotherapie zu einer Krebsbehandlung unterziehen musste. Die Ärzte hoffen, dass die Transplantation seinen Körper dazu bringt, wieder Samenzellen zu produzieren. 

Andreas Kockartz
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Israel Mutonji (Foto oben) war knapp 10 Jahre alt, als sein linker Hoden vorsorglich entfernt und eingefroren wurde. Die Ärzte wussten, dass er nach einer schweren Chemotherapie wahrscheinlich unfruchtbar werden würde. Jetzt, 16 Jahre später, ist es gelungen, das Hodengewebe wieder einzupflanzen. 

Eine Weltpremiere, sagt die Ärztin Veerle Vloeberghs von der Uniklinik Brüssel gegenüber VRT NWS: „Wir waren das erste Zentrum weltweit, das 2002 damit begonnen hat, Hodengewebe von Jungs einzufrieren, die noch nicht in der Pubertät waren. Da Jungen vor der Pubertät keine Spermien produzieren und daher keine Spermien eingefroren werden können, ist dies derzeit die einzige experimentelle Möglichkeit, ihre Fruchtbarkeit später im Leben wiederherzustellen.“

Kinderwunsch? 

Das Hodengewebe enthält Stammzellen, die normalerweise ab der Pubertät Samenzellen produzieren. Durch die Rückverpflanzung des Gewebes in den Körper hoffen die Ärzte, dass diese Gewebe anfangen, selbst Samenzellen zu produzieren: „Viele dieser Jungen sind jetzt erwachsen, haben eine Partnerin und möglicherweise einen Kinderwunsch.“

Israel ist so jemand. Er hofft, dass er wieder fruchtbar werden kann. Aber das ist noch nicht sicher. „Die Transplantation war erfolgreich, aber jetzt müssen wir abwarten, ob diese Gewebezellen tatsächlich wieder Spermien produzieren“, sagt Dr. Vloeberghs. „In einem Jahr werden wir die verschiedenen kleinen Gewebestücke erneut entnehmen und sehen, ob sich darin reife Samenzellen entwickelt haben.“

Gegenwärtig werden an der Brüsseler Universitätsklinik bereits eingefrorenes Hodengewebe von 141 Jungen gelagert. Nach Angaben des Ärzte ist lebenslange Unfruchtbarkeit eine der häufigsten Nebenwirkungen von Chemo- und Strahlentherapien. Vor allem dann, wenn Kinder, die noch nicht in der Pubertät sind und daher noch keine Samenzellen produzieren, mit hohen Dosen behandelt werden müssen.

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