Ein Schneegebiet zieht seit Mittwochabend über Belgien hinweg und für Flandern ist dies eher eine Seltenheit. Örtlich kann der Schnee liegen bleiben. Die flämische Landesagentur für Straßen und Verkehr bittet um besondere Vorsicht wegen der Glätte und hat mehr als 500 Streufahrzeuge losgeschickt, wie Katrien Kiekens von der Verkehrsbehörde angab und auch der morgendliche Berufsverkehr ist relativ ruhig verlaufen, auch wenn es vereinzelt zu kleinen Staus kommt: „Auf den Bildern im Verkehrszentrum sehen wir, dass der Verkehr stetig vorankommt.“ Das Wetteramt KMI hatte für einige Regionen Warnstufe Code Gelb für Straßenglätte ausgegeben, im Laufe des Tages aber wieder zurückgezogen. Inzwischen nahmen die Probleme aber zu, weil es weiter schneite. Ab 17 Uhr gilt aber wieder Code Gelb wegen Gefahr von Straßenglätte.
Wintereinbruch: Verkehrsprobleme - Abgesagte Flüge in Zaventem - Wieder Code Gelb wegen Glätte
„Besonders aufmerksam sind wir im Süden Flanderns“, so Kiekens vom flämischen Verkehrszentrum am frühen Donnerstagmorgen gegenüber VRT NWS. Letzte Nacht wurden 1.900 Tonnen Salz auf den flämischen Regionalstraßen gestreut. Und im Laufe des Tages wurde an einigen Stellen weiter gestreut. Mancherorts kamen zuerst die Schneepflüge, damit danach die Streufahrzeuge ihre Arbeit machen konnten.
Die flämische Landesagentur für Straßen und Verkehr bittet die Verkehrsteilnehmer, Abstand zu den Streufahrzeugen zu halten und diese nicht zu schnell zu überholen, damit die Fahrer ihre Arbeit sicher erledigen können. Wenn mehrere Streufahrzeugen nebeneinander fahren, werden die Autofahrer gebeten, diese nicht zu überholen. Katrien Kiekens erinnert daran, dass die Autofahrer überall gebeten werden, langsam zu fahren, ihre Geschwindigkeit der Wetterlage anzupassen und einen ausreichenden Abstand zum Vordermann zu halten. Vor allem auf Brücken und in Kurven ist Vorsicht geboten.
In Wallonien sorgte das Winterwetter für größere Probleme. In Couvin in der Provinz Namür hatte die Feuerwehr einige Campingplätze evakuiert, nachdem der Fluss Eau Noire über die Ufer getreten war. Dort wurde die kommunale Phase des Notfallplans ausgerufen. An 13 Flüssen wurde die Alarmschwelle überschritten. Und in ganz Wallonien wurde der Busverkehr unterbrochen. In Yvoir musste ein Schulbus evakuiert werden, der sich in einer überschwemmten Straße festgefahren hatte. In der Region Lüttich-Verviers sind die meisten Buslinien gestrichen worden.
Am Brüsseler Nationalflughafen in Zaventem sind am Donnerstagmorgen 5 Flüge aufgrund der Wetterbedingungen abgesagt worden. In der Hauptstadt meldete die regionale Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB Probleme im Busverkehr vor allem im Brüsseler Umland, z.B. in Ukkel, Watermaal-Bosvoorde und Oudergem. Straßenbahnen und die Metro fuhren überwiegend problemlos. In Flandern herrschten Verkehrsprobleme vor allem in ländlichen Gebieten vor, wie auch die regionale Verkehrsgesellschaft De Lijn meldete.
(Lesen Sie bitte unter dem Video aus Huldenberg, wo ein Bus in einer Steigung abgeschleppt werden musste, aus der Umgebung von Overijse und den Fotos weiter)
„Noch weniger Staus als an einem normalen Donnerstagmorgen“
VRT-Verkehrsredakteur Hajo Beeckman sah am Morgen keine außergewöhnlichen Verzögerungen auf den flämischen Straßen: „Im Moment gibt es sogar weniger Staus als an einem normalen Donnerstagmorgen.“
Vermutlich sind viele Arbeitnehmer vorsichtshalber zu Hause geblieben, um einen Tag lang im Homeoffice zu arbeiten. Beeckman sah Schnee vor allem in Flämisch-Brabant und Südlimburg sowie in Teilen von Südostflandern. Nördlich davon ist es „eher eine Suppe aus Graupel und etwas Regen“. Die Fahrspuren auf den flämischen Autobahnen waren im Allgemeinen überall verkehrsfrei, außer am frühen Morgen auf der E40 zwischen Tienen und Leuven und auf der E411 bei Overijse.
(Lesen Sie bitte unter den Fotos weiter)
NMBS meldet vorerst keine Zwischenfälle
Der Zugverkehr in unserem Land ist derzeit nicht durch den Schnee beeinträchtigt. Das teilte die NMBS gegenüber VRT NWS mit. Wie immer bei eisigem Wetter hat die Bahngesellschaft zusätzliche Maßnahmen ergriffen. Die Heizung in den Waggons wird bereits vor der ersten Fahrt eingeschaltet, damit die Züge nicht zu kalt sind, wenn sie abfahren.
Außerdem werden die Oberleitungen unter Spannung gehalten, um Kondensation zu vermeiden. Der Bahn-Infrastrukturdienstleister Infrabel hat sich ebenfalls auf den Schnee vorbereitet. So fährt auf bestimmten Strecken ein Eiszug, um die Oberleitungen von Eis, Reif und Glatteis zu befreien.


