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Chinesischer Künstler auch in Berufung wegen Plagiaten des flämischen Malers Christian Silvain verurteilt

Der chinesische Künstler Ye Yongqing ist erneut wegen Plagiats von Werken des belgischen Malers Christian Silvain (Foto) aus Kluisbergen in Ostflandern verurteilt worden. Das Berufungsgericht in China bestätigte das frühere Urteil und verhängte gegen Ye eine Entschädigung in Höhe von 650.000 € für Silvain. Außerdem muss er sich innerhalb von 10 Tagen in Chinas größter Zeitung entschuldigen, ansonsten droht ihm sogar eine Gefängnisstrafe.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Der Künstler Christian Silvain (74) aus dem ostflämischen Kluisbergen reagierte mit Erleichterung auf die Nachricht. „Das ist das Ende einer langen Qual“, sagt er. Jahrelang musste er zusehen, wie Ye mit seiner Arbeit Erfolg hatte. Der Fall kam 2019 ans Licht, als sich herausstellte, dass Yes Werke denen von Silvain sehr ähnlich waren. Nach einem fünfjährigen Rechtsstreit ist das Urteil jetzt definitiv und rechtskräftig.

Renommee beschädigt

Ye Yongqing war viele Jahre lang ein renommierter Künstler und Professor an einer Kunstschule in seiner chinesischen Heimat. Seine letzte Ausstellung fand Jahr 2018 statt. Nach den Enthüllungen und nach Protesten seiner Studierenden verlor er seinen Job an der Universität. Kunstkritiker in China verurteilten seine Praktiken und Museen entfernten seine Werke.

Ich wollte vor allem, dass er erkennt, dass er meine Arbeit kopiert hat. Die Entschädigung geht an meine Anwälte und Mitarbeiter.“

Christian Silvain

Ein langer Rechtsstreit

Der Rechtsstreit begann 2019, als ein Artikel in der flämischen Tageszeitung Het Nieuwsblad die Ähnlichkeiten zwischen den Werken von Ye und Silvain aufdeckte. Silvain reichte eine Klage in China ein und erhielt im September 2023 Recht. Ye legte Berufung ein, verlor aber erneut. 

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Links das Original von Silvain, rechts das "Werk" von Ye Yongqing

Auswirkungen auf die chinesische Kunstwelt

Ye verdiente gut an den Fälschungen. Bei Auktionen wurden bis zu 600.000 € für ein Werk gezahlt. Unter anderem hatten Microsoft-Chef Bill Gates und Medienmogul Rupert Murdoch Werke von Ye gekauft. Chinesischen Zeitungen zufolge hat er so ein Vermögen von mehr als 15 Millionen Dollar angehäuft.

Die Enthüllung von Yes Plagiaten hatte große Auswirkungen auf die Kunstwelt. Der Kunstkritiker Jia Fangzhou brachte die Stimmung seinerzeit auf den Punkt: „Er hat die gesamte moderne chinesische Kunst gedemütigt.“ Ein Museum in Shanghai entfernte drei Werke von Ye und ersetzte sie durch Werke von Silvain.

Historisches Urteil

Silvain betonte, dass die Entschädigung für alle gedacht ist, die ihm in dem Fall geholfen haben. „Ich wollte vor allem die Anerkennung, dass er meine Arbeit kopiert hat“, sagte Silvain. Die Entschädigung von 650.000 € wird unter seinen Anwälten und Mitarbeitern aufgeteilt.

Mit dem endgültigen Urteil geht für Christian Silvain ein langer und schwieriger Kampf zu Ende. „Es ist ein historisches Urteil“, sagt er. „Denn es ist das erste Mal, dass ein Ausländer einen Plagiatsfall gegen einen Chinesen gewonnen hat. Ich denke, die Menschen in China werden es sich in Zukunft zweimal überlegen, bevor sie einfach Dinge kopieren.“

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