Um den Impakt auf die Umgebung zu verringern werden in Brüssel Straßenlaternen dahingehend angepasst, dass sie auch als Ladestationen für Elektroautos genutzt werden können, wie die Nachrichtenplattform BUZZ meldet. Dies sorge für geringere Kosten und schaffe praktische Lademöglichkeiten, wie Netzbetreiber Sibelga dazu sagt. 2024 wurden übrigens in Belgien weniger Neuwagen zugelassen, doch der Anteil an E-Autos ist weiter angestiegen.
Aktuell sind 41 Ladestationen für E-Autos an Straßenlaternen in Hauptstadt-Region in Betrieb und zwar in den Gemeinden Brüssel-Stadt, Sint-Pieters-Woluwe und Ukkel. In den kommenden 6 Monaten kommen noch 10 solcher Anlagen hinzu und dies in der Zandstraat im Brüsseler Stadtzentrum in der Nähe des Comic-Museums und -Zentrums sowie in der Waterleilaan in Oudergem.
Diese „Ladelaternen“ haben eine Leistung, die der von klassischen Ladestationen entsprechen: 7,4 bis 11 Kilowatt. Sie haben aber den Vorteil, dass sie weniger Platz einnehmen, wie Sibelga-Sprecherin Serena Galeone gegenüber BRUZZ angibt: „Daneben sind die kosten nicht hoch, weil die Installation während der Erneuerung der Straßenbeleuchtung erfolgt.“
Einfache Anpassung, schwierige Genehmigungen
Der Umbau ist einfach, so Galeone: „Die Gräben zwischen den Stromverteilerkästen sind schon vorhanden und wir brauchen diese Gräben, um dort zwei zusätzliche Kabel zu verlegen.“ Probleme bilden dabei nur die Genehmigungen und das ist ein allgemeines Problem bei Ladestationen in den Brüsseler Gemeinden.
Sibelga wollte im Zeitraum 2024 bis Februar 2025 neue Ladestationen einrichten, doch es werden wohl nur 800 Anlagen sein. Der Netzbetreiber begründet dies damit, dass es Widerstand gibt, wenn Parkplätze/Ladestationen für E-Autos zu Lasten von Parkplatz für Autos mit Benzin- oder Dieselantrieb verschwinden sollen…
Weniger Neuwagen aber mehr E-Autos und Gebrauchtfahrzeuge
Im vergangenen Jahr sind in Belgien mehr als 448.000 neue Autos angemeldet worden, wie Febiac, der Dachverband der hiesigen Automobilbranche angibt. Dies entspricht einem Rückgang um 6 % im Vergleich zu 2023.
Allerdings stieg der Anteil von elektrischen Autos oder Hybridfahrzeugen weiter an. Knapp 53 % der in Belgien angemeldeten Neuwagen waren 2024 E- oder Hybridautos.
Auf dem Gebrauchtwagenmarkt wurden im vergangenen Jahr 5,6 % mehr Autos verkauft als im Jahr 2023. Laut Traxio, eine Mobilitätsorganisation, die unter anderem Autowerkstätten und -verkäufer vertritt, wurden letztes Jahr insgesamt 727.650 Gebrauchtwagen angemeldet. Seit 2015 ist die Zahl der Zulassungen von Occasionen in Belgien nicht mehr so hoch gewesen.
