Im Mercator-Museum in Sint-Niklaas in der Provinz Ostflandern wurden 682 historische Karten des Kartografen und Geografen Gerhard Mercator (1512 Rupelmonde/Flandern - 1594 Duisburg) fotografiert oder gescannt und in ein digitales Archiv eingepflegt. Es handelt sich dabei um Landkarten aus der Zeit 16. bis 20. Jahrhundert. Sie sind für Historiker wichtig, weil sie viel auch über flämische Geschichte erzählen.
Über 680 Karten des Mercator-Museums in Sint-Niklaas im digitalen Archiv
„Ich bin froh, dass die Digitalisierung gelungen ist, denn einige der Karten sind zerbrechlich und in schlechtem Zustand“, sagte Museums-Kurator Ward Bohé gegenüber VRT NWS: „Wir haben eine Woche lang mit fünf Leuten daran gearbeitet. Man muss die Karten zunächst reinigen, dann vermessen, inventarisieren und schließlich in hoher Auflösung fotografieren.“
Die Bedeutung der Digitalisierung der Karten darf nicht unterschätzt werden, stellt der Kurator klar. „Die Karten sind wichtige Zeitdokumente, und deshalb ist es wichtig, dass jeder sie sehen kann“, so Bohé: „Sie wurden nicht nur erstellt, um Grenzen anzuzeigen, sondern auch, um Geschichten zu erzählen. Man kann sie mit der heutigen Kriegsberichterstattung in Gaza oder der Ukraine vergleichen. Das geschah früher auch, aber durch Karten. Wir haben unter anderem viel Kartenmaterial über die Schlacht von Kallo im Jahr 1638 in unserer Sammlung, als die nördlichen Niederlande versuchten, Antwerpen einzunehmen.“
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Das Museum zieht um
Wer die Karten sehen will, muss sich noch eine Weile gedulden. Denn die Stadt Sint-Niklaas ist dabei, die Sammlung an einen neuen Standort in Ortsteil Zwijgershoek zu verlegen. Der Umzug soll bis Ende des nächsten Jahres abgeschlossen sein. Die Stadt erhielt zu diesem Zweck einen Zuschuss von 500.000 € aus flämischen Landesmitteln.
Einige der digitalen Karten sind bereits jetzt in dem neu gestalteten Museum zu sehen: „Wir sind gerade dabei zu untersuchen, wie wir das den Besuchern anbieten können, aber wir werden auf jeden Fall mit Projektionen und Touchscreens arbeiten, um nur einige Projektideen zu nennen. Den Rest werden wir ganz normal online anbieten.“
