Nachdem Garage Klub und WOOM bereits im Laufe des vergangenen Jahres 2024 als neue Adressen in der Antwerpener Partyszene gefeiert wurden, startete auf Silvester auch der dritte neue Klub – Traum – ins Leben. Lange waren die Aussichten auf einen Ruf als Partymetropole düster. Aber das scheint sich zu ändern“, stellt Jochem Peeters vom Stadtfestival Full Circle fest.
Drei neue Nachtclubs in einem Jahr: Ist Antwerpen "back in business"?
Pünktlich auf Silvester ist in Antwerpen ein neuer Nachtklub an den Start gegangen. Im alten Jahr hatten der Garage Klub in der Noorderlaan und (im Herbst) das immersive WOOM in der Carnotstraat es Traum bereits vorgemacht.
Bekommt das Antwerpener Nachtleben jetzt wieder den Schwung und die Anziehungskraft, die es vielleicht etwas eingebüßt hatte? „Auf jeden Fall geht es in die richtige Richtung“, sagt Jochem Peeters. Er organisiert seit mehreren Jahren das Stadtfestival Full Circle, bei dem man an verschiedenen Orten feiert, vom Hauptbahnhof bis zum Rubenshuis. Peeters ist seit mehr als 20 Jahren im Antwerpener Nachtleben aktiv.
„Vor allem, wenn man bedenkt, woher wir kommen. Es gab Zeiten, als ein Club nach dem anderen seine Pforten schloss“, so Jochem Peeters weiter: „Das fing mit dem Petrol Ende 2016 an, gefolgt, 2019, vom Café d'Anvers. Auch die Schließung des Onder Stroom und der Pekfabriek haben dem Nachtleben hier keinen Gefallen getan.“
Immer mehr Menschen sind nach Brüssel und sogar ins Ausland abgewandert. Ganz zu schweigen vom Genickbruch, den die Corona-Epidemie für die noch übrig gebliebenen Clubs bedeutete. Jochem Peeters freut sich über die vielen neuen Initiativen, die auch dringend gebraucht werden.“
Traum ist eine dieser neuen Initiativen. Die Location ist für manche sicher auch ein Besuch down memory lane ... Der Club hat sich dort niedergelassen, wo das früher das berühmte Café d'Anvers Feierwütige von nah und fern lockte.
Das Traum-Team will eine Lücke im Antwerpener Nachtleben füllen. Musikalisch können sich hier vor allem House- und Techno-Fans austoben.
Boost für die Klubszene
Die Antwerpener DJane Bibi Seck freut sich sehr über die neuen Clubs. „Ich habe das Gefühl, dass es endlich wieder aufwärts geht“, sagt Bibi Seck: „Nach Corona ist eine Leere entstanden, die dringend aufgefüllt werden musste.“
Sie besuchte kürzlich zum ersten Mal den neuen Garage Klub: „Was den Sound und den Club angeht, habe ich das Gefühl, dass wir so etwas in Antwerpen noch nicht hatten. Das war wirklich unheimlich cool.“ Doch die DJane sieht auch Schwachstellen im aktuellen Nachtleben.
„Kreative Orte wie Onder Stroom oder die Pekfabriek sind leider viel zu selten und verschwinden auch immer mehr“, sagt Bibi Seck. „Sie erhalten zu wenig Unterstützung von der Stadt. Das sieht man übrigens nicht nur in Antwerpen, ich höre es überall. Selbst in einer Partystadt wie Berlin ist das der Fall. Ich glaube aber, dass es immer einen Platz für den Underground geben wird.“
