Die verschiedenen Brüsseler Polizeizonen stehen in der Silvesternacht unter dem einheitlichen Kommando. Der sogenannte „Gold Commander“ ist dann Michel Goovaerts, der Polizeichef der Zone Brüssel-Hauptstadt-Elsene. Die Brüsseler Hauptstadt-Region sorgt damit für eine zentralisierte Koordinierung im gesamten Gebiet. Dieses System wurde 2019 zum ersten Mal eingeführt.
Ein Korpschef leitet die gesamte Brüsseler Polizei in der Silvesternacht
Jedes Jahr kommt es in den Brüsseler Gemeinden in der Silvesternacht zu zahlreichen Problemen. Jugendliche werfen Feuerwerkskörper auf Sicherheitskräfte, Autos werden in Brand gesteckt und überall in der Stadt kommt es zu spontanen Feuerwerksschlachten und zu Randale, die sich nicht selten gegen die Polizei und gegen Rettungskräfte richtet. Alleineine im vergangenen Jahr hat die Polizei mehr als 200 Randalierer festgenommen.
Die Brüsseler Gemeinden ergreifen Maßnahmen, um die Unruhen und die spontanen Silvesterkrawalle zu unterdrücken. So will Fabrice Cumps (PS), der Bürgermeister von Anderlecht, alle Jugendlichen unter 16 Jahren aus dem Stadtteil Kuregem ab 19 Uhr zwangsweise im Haus halten. Um die traditionell unruhige Nacht zu kontrollieren, haben die Brüsseler Polizeizonen beschlossen, ein einheitliches Kommando unter der Leitung der Polizeizone Brüssel-Hauptstadt Elsene einzurichten.
"Gold Commander"
Korpschef Michel Goovaerts übernimmt die Rolle des sogenannten „Gold Commander“. Er ist dann verantwortlich für die Einsätze auf dem gesamten regionalen Gebiet und leitet die integrierte Polizei in der Silvesternacht. Das Kommando wird vom regionalen Krisenzentrum aus geleitet, in enger Zusammenarbeit mit der belgischen Bundespolizei.
Alle beteiligten Partner, wie die Polizei, die Feuerwehr oder die Rettungsdienste, „werden mobilisiert, um einen effizienten und sicheren Ablauf der Veranstaltungen zu gewährleisten“, erklärte Brüssels Polizeisprecherin Ilse Van de keere gegenüber der Nachrichtenplattform BRUZZ: „Die Polizei wird an diesem Tag besonders präsent und sichtbar sein, um die Sicherheit aller Bürger zu gewährleisten.“
Nicht das erste Mal
Es ist nicht das erste Mal, dass die Brüsseler Polizei ein gemeinsames einheitliches Kommando zur Bekämpfung der Silvesterkrawalle einsetzt. Die sechs Brüsseler Polizeizonen haben sich zum ersten Mal im Jahr 2019 während des Neujahrsfestes zusammengeschlossen.
Eine einheitliche Kommandostruktur ist auch für andere Großereignisse in Brüssel, wie z.B. einem Besuch eines US-Präsidenten, geplant. Das Kommando wird in den Händen der „PolBru“ genannten Zentrale liegen, aber die anderen Zonen bleiben weiterhin für das verantwortlich, was in ihrem Gebiet geschieht. Es geht vor allem um eine einheitliche und gleichzeitige Arbeitsweise, wobei der Informationsaustausch und die Konsultation zwischen den Polizeizonen in Echtzeit erfolgen.
Verbot von Feuerwerkskörpern
Inzwischen hat die Region auch ein Verbot von Feuerwerkskörpern wie Leuchtraketen oder Knallfröschen gefordert. Das Verbot gilt bis zum 3. März 2025. Ob dieses Verbot in diesem Jahr eingehalten wird, ist zweifelhaft.
Im vergangenen Jahr wurde das Feuerwerksverbot an mehreren Orten in Brüssel missachtet. Bei einigen Vorfällen im Jahr 2023 wurden die Einsatzkräfte mit Wurfgeschossen und Feuerwerkskörpern beworfen. Dabei erlitten drei Feuerwehrleute aufgrund der lauten Knallerei einen Tinnitus.
