Leider ändert sich Luftqualität kaum mehr, aber wenigstens geht es in die richtige Richtung. 2024 gingen die Konzentrationen von Stickstoffdioxid und Feinstaub leicht zurück, ebenso die Anzahl der Ozontage, stellt die Brüsseler Umweltbehörde CELINE in ihrer vorläufigen Jahresbilanz fest. Das sei dem regnerischen und feuchten Wetter in diesem Jahr zu verdanken sowie den strengeren Emissionsnormen und der Einrichtung von Umweltzonen in mehreren Städten.
Weniger Feinstaub und weniger Ozontage im Jahr 2024
Die vorläufige Analyse bezieht sich nur auf drei Schadstoffe: Stickstoffdioxid (NO2), Feinstaub (PM2,5) und Ozon (O3). Eine umfassendere Bilanz wird im Laufe des Jahres 2025 vorliegen. Aus den bereits bekannten Elementen geht hervor, dass die Luftqualität im Jahr 2024 „sehr ähnlich wie im Jahr 2023“ war. Langfristig gesehen geht es in die richtige Richtung und die neuen EU-Grenzwerte für 2030 werden sogar erreichbar sein. Auch wenn bei Stickstoffdioxid noch eine kleine Anstrengung erforderlich ist, so interregionale Zelle für Umwelt.
Die durchschnittlichen Stickstoffdioxidkonzentrationen gingen 2024 in den vier Städten, die für die Messung herangezogen wurden (Brüssel, Charleroi, Antwerpen und Gent) weiter zurück. Dieser Schadstoff wird zum Teil mit Verbrennungsmotoren, insbesondere Dieselmotoren, in Verbindung gebracht. Der Trend ist seit 2014 rückläufig, mit Ausnahme eines Aufschwungs (2021-2022) nach dem Stillstand aufgrund der Covid-19-Pandemie (2020).
„Noch nie waren die NO2-Konzentrationen an den Messstellen für den städtischen Hintergrund so niedrig wie in diesem Jahr“, stellt die CELINE fest. Die Jahresmittelwerte an den automatischen Messstationen überschritten an keiner Stelle den europäischen Grenzwert von 40 µg/m³. Der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Grenzwert von 10 µg/m³ für den Jahreswert wurde hingegen „nur an den ländlichsten Überwachungsstationen in Flandern und südlich der Sambre- und Maasfurche“ eingehalten.
Für 2030 wird die EU-Norm auf 20 µg/m³ gesenkt. Das dürfte an den meisten Orten kein Problem sein. Aber dort, wo der Verkehr am dichtesten ist, müssen „zusätzliche Anstrengungen“ unternommen werden, um dies zu erreichen, da eine passive Probenahme dort manchmal Konzentrationen „zwischen 30 und 40 µg/m³“ misst, warnt die Celine.
Feinstaub leicht rückläufig
Auch bei den Feinstaubpartikeln (PM2,5) weisen die durchschnittlichen Jahreskonzentrationen einen langfristigen Abwärtstrend auf. So dass der für 2030 vorgesehene europäische Jahresgrenzwert von 10 µg/m³ (gegenüber derzeit 25) an den meisten Messstandorten bereits eingehalten wird. Wie bei Stickstoffdioxid ist man jedoch noch weit davon entfernt, die von der WHO empfohlenen Normen einzuhalten.
Die „niedrigen“ Stickstoffdioxid- und Partikelkonzentrationen, die 2024 beobachtet werden, sind auf die geringeren Emissionen zurückzuführen, die vor allem durch strengere Normen (und die Modernisierung der Fahrzeugflotte) erreicht werden. Aber das ist noch nicht alles: Das Wetter hat mit Rekordniederschlägen und dem Ausbleiben von Hitzewellen in diesem Sommer geholfen. Die Luftverschmutzung wurde dadurch „verdünnt“.
Nur zwei Ozontage
Das half auch bei Ozon. In Belgien wurde der europäische Informationsschwellenwert von 180 µg/m³ in diesem Jahr nur zweimal überschritten, genauer gesagt am 26. Juni und am 30. Juli. Im August gab es keinen Ozontag.
