Böller und Feuerwerk abbrennen – für die einen eine Neujahrstradition, für die anderen eine gefährliche und störende Angelegenheit für Menschen und Tiere. Viele flämische Kommunen haben mittlerweile ein allgemeines Feuerwerksverbot verhängt, doch in vielen Gemeinden ist es auch weiterhin erlaubt, Feuerwerkskörper an Silvester zu zünden.
Privates Feuerwerk an Silvester: Ja oder Nein? In 40 Prozent der flämischen Gemeinden ist es noch erlaubt
In den Wochen vor dem Jahreswechsel gibt es in Flandern immer wieder Diskussionen über die private Verwendung von Feuerwerk. Ein generelles Verbot gibt es noch nicht, aber immer mehr Städte und Polizeizonen haben entschieden, Feuerwerk für Privatpersonen zu verbieten. Das bedeutet, dass Bürger dort keine Feuerwerkskörper abbrennen dürfen.
Trotzdem gestatten mehr als 40 Prozent der flämischen Gemeinden das Abbrennen von Feuerwerk an Silvester, oftmals jedoch nur in einem begrenzten Zeitrahmen oder nach vorheriger Genehmigung. Eine Karte mit den entsprechenden Regelungen für jede flämische Gemeinde finden Sie untenstehend (in niederländischer Sprache):
Allgemeines Feuerwerksverbot
Vzw Oscare, das Nachsorgezentrum für Menschen mit Verbrennungen und Narben, kritisiert, dass Privatpersonen weiterhin Feuerwerk abbrennen dürfen. Oscare setzt sich bereits seit Jahren für ein vollständiges Verbot des Verkaufs und der privaten Nutzung von Feuerwerk ein.
„Wir sind entschieden gegen Feuerwerk für Privatpersonen. Immer mehr Gemeinden verbieten es, aber wo es kein explizites Verbot gibt, denken die Menschen, dass es erlaubt ist“, erklärt Peter Van Rossum von Oscare. „Gerade zu Silvester, wenn viele schon das ein oder andere Glas zu viel getrunken haben, steigt das Unfallrisiko erheblich.“
Zahlreiche Gemeinden erlauben es ihren Einwohnern weiterhin, Feuerwerk abzubrennen, teils mit Genehmigung und innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Kommunen die Risiken nicht erkennen. Häufig wird aber das Argument angeführt, dass ein generelles Verbot schwer durchzusetzen sei. „Das ist wie zu sagen: ‚Fahr ruhig schneller als 50 km/h durch die Stadt, wir können ja nicht überall kontrollieren.‘ Hierfür gibt es auch gesetzliche Regelungen. Ein generelles Verbot auf flämischer oder föderaler Ebene würde klare Regeln schaffen, an die sich die meisten Bürger auch halten würden“, sagt Van Rossum.
„Sicheres Feuerwerk gibt es nicht“
Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern bleibt gefährlich – auch wenn es legal ist. Allein an Silvester 2023/24 mussten in Flandern 139 Menschen nach Unfällen mit Feuerwerk in ein Brandwundenzentrum eingeliefert werden, wie Zahlen der Brandwundenstiftung zeigen.
„Sicheres Feuerwerk gibt es nicht – man spielt mit Schießpulver. Wenn es in der Hand explodiert, kann man seine Finger verlieren, oder es kann in den Augen explodieren. Die heutzutage verwendeten Knallkörper verursachen oft Tinnitus, der ein Leben lang bleibt“, warnt Van Rossum.
Selbst die Wunderkerzen, mit denen Kinder oft spielen dürfen, bergen Gefahren: Ihr Brennkern erreicht Temperaturen von bis zu 1.100 Grad Celsius.
Neben den physischen Verletzungen besteht auch das Risiko, dass Feuerwerk Brände auslöst. Zudem erschrecken Haus- und Wildtiere durch die Knallgeräusche und geraten in Panik. In den vergangenen Jahren konnten auf Wetterradaren massenhaft panisch fliehende Vögel beobachtet werden.
Tradition?
Viele Flamen betrachten Feuerwerk als eine feste Tradition an Silvester – doch das ist laut Van Rossum nicht korrekt.
„Es ist genauso wenig eine traditionelle Feierlichkeit wie Halloween, das ebenfalls aus dem Ausland nach Belgien gekommen ist. Es ist ein relativ neuer Brauch, der zwar schon vor einigen Jahren populär wurde, aber keine langjährige Tradition darstellt.“
Van Rossum betont, dass professionelles Feuerwerk eine gute Alternative ist. „Wir befürworten professionelles Feuerwerk, bei dem immer die Sicherheits- und Wetterbedingungen berücksichtigt werden. Oft ist auch die Feuerwehr vor Ort, um die Sicherheit zu gewährleisten.“
