Trotz des Krieges versucht die ukrainische Gemeinde in Limburg, Weihnachten auf positive Weise zu feiern. In diesem Jahr feiert die ukrainisch-orthodoxe Kirche Weihnachten am 25. Dezember und nicht am 7. Januar. "'Wir wollen uns von den russisch-orthodoxen Traditionen distanzieren und unsere eigene unabhängige ukrainische Kirche aufbauen“, erklärt Nadia Derewianka von der ukrainischen Kirche in Genk.
Ukrainer in Limburg feiern Weihnachten 'frei von russischen Einflüssen'
Auch in diesem Jahr werden die Weihnachts- und Neujahrsfeste in der ukrainischen Gemeinde in Limburg durch den Krieg in der Ukraine überschattet. Der Konflikt begann 2014, eskalierte aber im Februar 2022 und löste einen großen Flüchtlingsstrom nach Westeuropa aus. Trotz des Krieges möchten die Ukrainer*innen auch in Genk die Festtage in einer Atmosphäre der Wärme und des Miteinanders feiern.
Wir versammeln uns in unserer Kirche, um mit all den Menschen, die wegen des Krieges fliehen mussten, einen Gottesdienst zu feiern“, sagte Nadia Derewianka von der ukrainisch-orthodoxen Kirche in Genk gegenüber VRT: Wir haben jeden gebeten, etwas mitzubringen. Nach der Tradition servieren wir dann 12 Gerichte, eine Anspielung auf Jesus und seine 12 Apostel. Die Gerichte werden geteilt, damit Großmütter, Mütter und alle ihre Kinder sich mit ihren Männern, die jetzt an der Front sind, verbunden fühlen.”
Abschied von den Traditionen
Der Krieg hat das Leben der Ukrainer in der Heimat, aber auch im Ausland stark beeinflusst. Wir haben den gregorianischen Kalender aufgegeben. Jetzt richten wir uns nach dem julianischen Kalender“, erklärt Derewianka: “Wir wollen nicht mehr den Anweisungen aus Moskau folgen und haben uns entschieden, eine unabhängige ukrainische Kirche zu sein.”
Deshalb feiert die ukrainische Kirche das Weihnachtsfest zusammen mit der römisch-katholischen Kirche.
Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn es bedeutet auch, dass man sich von alten ukrainischen Weihnachtstraditionen verabschieden muss. “Früher feierten wir Svijat Vechir - die Heilige Nacht - in der Nacht zum 6. Januar. Am 7. Januar haben wir unsere Weihnachtsfeier abgehalten. Aber wir müssen uns von den russischen Einflüssen befreien. Weshalb wir Weihnachten auch am 25. Dezember feiern.
