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Übermalungen aus dem 16. Jahrhundert bei der Restaurierung des Lamm Gottes in Gent entdeckt: Hellere Farben und feinere Nuancen

Bei der Restaurierung des Mystischen Lammes in der Genter St.-Bavo-Kathedrale wurden Übermalungen aus dem 16. Jahrhundert entdeckt. Die Figuren Johannes der Täufer, Maria und die Gottheit erhielten damals eine neue Farblage. Damals wurden Schäden einfach übermalt, anstatt sie zu restaurieren. Diese zusätzlichen Schichten werden jetzt entfernt.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Die Restaurierung des Gemäldes der Gebrüder Van Eyck aus dem Jahr 1432 ist seit 2012 im Gange. Seit Mai dieses Jahres werden die oberste und die letzten sieben Tafeln, die das Himmlische darstellen, in Angriff genommen: Johannes der Täufer, die Jungfrau Maria, die Gottheit, die singenden und musizierenden Engel sowie Adam und Eva.

Während der Restaurierungsarbeiten wurden Übermalungen festgestellt, die nicht von den Brüdern Van Eyck selbst stammen. „Das ist an sich nicht verwunderlich“, sagt Camille De Clercq, Leiter der Abteilung Konservierung und Restaurierung des Königlichen Instituts für Kulturerbe (KIK).

Großer Unterschied in Farbe und Nuance

„Was wir jetzt mit Sicherheit wissen, ist, dass die Übermalungen aus dem 16. Jahrhundert stammen und dass wir sie daher auf jeden Fall entfernen durften. Denn man muss wissen, dass auch die Gebrüder Van Eyck manchmal ihre eigenen Werke übermalten. Wenn wir Übermalungen entfernen, müssen wir 100-prozentig sicher sein, dass sie nachträglich hinzugefügt wurden und dass es sich nicht um einen weiteren, später angebrachten Touch des Künstlers handelt.“

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Es hat den Anschein, dass die Gewänder der 3 Hauptfiguren seinerzeit übermalt wurden. „Das war damals normal. Wenn heute ein wichtiges Gemälde beschädigt ist, wird es retuschiert. Dann hat man das Original übermalt, um den Schaden zu beseitigen. Das geschah natürlich vollständig innerhalb der Linien, so dass es kaum auffiel. Anschließend wurden mehrere Schichten Firnis darüber aufgetragen, um die Behandlungen zu verdecken.“

Teure Materialien für himmlische Palette gewählt

Für die Figuren von Adam und Eva wurde in der unteren, wirksamen Schicht auffallend viel Blattgold und -silber verwendet. „Bemerkenswert deshalb“, so De Clercq, „weil so etwas bei der früheren Restaurierung der unteren Register, die das Irdische darstellen, nicht zu finden war. Bei den himmlischen Registern haben die Brüder Van Eyck also viel reichere Materialien verwendet. Das verleiht dem Gemälde sicherlich eine zusätzliche Dimension.“

Jetzt, da die Restauratoren sicher sind, dass die Übermalungen nicht von den Van Eycks selbst stammen, entfernt das Team diese Farbschichten. „Wenn man die beiden Versionen nebeneinander sieht, bemerkt man einen großen Unterschied. Diese Nuancen sind so fein und so typisch für Van Eycks Farbpalette. Ihre Farben sind auch viel intensiver. Nicht umsonst wurden die Brüder weltweit so sehr gelobt. Das ist eindeutig Weltkulturerbe.“

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