Das Unternehmen Tupperware, der bekannte amerikanische Hersteller von Kunststoff- und Frischebehältern und anderen Küchenartikeln aus Kunststoff, hatte im September in den USA offiziell Insolvenz angemeldet. Jetzt wurde bekannt, dass das Unternehmen am 8. Januar sein Werk in Aalst in Ostflandern schließt. Dies teilte die Geschäftsleitung in dieser Woche mit.
Tupperware schließt im Januar in Aalst - 270 Arbeitsplätze bedroht
Am Tupperware-Standort in Aalst arbeiten aktuell noch 270 Menschen. Wie es mit ihnen weitergeht, ist noch nicht bekannt, wie am Donnerstag im Rahmen einer außergewöhnlichen Betriebsversammlung deutlich wurde.
Tupperware kämpft seit Jahren mit sinkenden Verkaufszahlen, unter anderem wegen günstigerer Konkurrenz. Während der Corona-Pandemie erlebte das Unternehmen eine vorübergehende Erholung, als die Menschen mehr zu Hause kochten. Danach ging die Nachfrage wieder zurück. Auch steigende Kosten für Rohstoffe, höhere Löhne und Transportkosten haben die Gewinnmargen erheblich belastet.
In der seit den 1960er Jahren bestehenden Fabrik in Aalst (Provinz Ostflandern) wurde bereits vor einigen Monaten Kurzarbeit eingeführt. Das Unternehmen prüft quasi wöchentlich, wie viele Mitarbeiter gerade benötigt werden.
Undeutlichkeit durch das ausbleibende Insolvenzverfahren in den USA
In Belgien betreibt Tupperware neben der Fabrik in Aalst auch einige kleinere Filialen. Auch diese können im Prinzip nicht mehr produzieren. Nach dem 8. Januar 2025 wird die internationale Zentrale keine Lizenzen mehr erteilen. Außerdem werden keine Rohstoffe mehr für die Produktion geliefert.
Nach Ansicht der Gewerkschaften hat die US-Zentrale jedoch noch nicht offiziell Konkurs anmelden. Das Management in Belgien hat inzwischen eine Anwaltskanzlei damit beauftragt, die Vorgänge zu prüfen. Das Ausbleiben des Konkurses hat Auswirkungen auf die Abrechnung und Auszahlung der Löhne der Beschäftigten und auch auf mögliche Abfindungen.
Außerdem können potenzielle Übernahmekandidaten oder Interessenten an den Vermögenswerten erst anklopfen, wenn ein Konkursverwalter bestellt ist. Die Gewerkschaften haben mitgeteilt, dass die Mitarbeiter Lohngarantien von der Tupperware- Geschäftsführung in Aalst erhalten haben.
