Die Königlichen Bibliothek von Brüssel hat ihre Sammlung um eine einzigartige Erwerbung erweitert: Ein seltenes Skizzenbuch des belgischen Symbolisten Fernand Khnopff (1858-1921). Dieses wertvolle Dokument enthält mehr als 45 Zeichnungen und stammt aus Khnopffs Studienzeit, in der er sich wiederholt in Paris aufhielt. Es bietet einen faszinierenden Einblick in die frühe künstlerische Entwicklung eines der faszinierendsten Künstler Belgiens.
Neuzugang in der Königlichen Bibliothek von Brüssel: Ein Skizzenbuch von Fernand Khnopff
Eine Ikone des Symbolismus
Kein Künstler verkörpert den belgischen Symbolismus besser als Fernand Khnopff (1858-1921). Seine rätselhaften, von der Literatur und esoterischen Themen beeinflussten Gemälde haben eine traumhafte Atmosphäre. Auch wenn sein Werk heute nicht mehr leicht zu durchschauen ist, wurde Khnopff zu seiner Zeit weit über die Grenzen des Landes hinaus bewundert. Er stellte in Paris, London und Wien aus und entwarf zusammen mit Gustav Klimt die Innenausstattung des legendären Stocklet-Palastes in Brüssel.
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Eine Bereicherung für die Sammlung von KBR
Das Skizzenbuch ergänzt die reiche Sammlung von Khnopff im Kupferstichkabinett der KBR, die bereits Zeichnungen, Drucke, Fotografien und Briefe umfasst. Es bietet eine neue Perspektive auf die frühe künstlerische Entwicklung des Künstlers und veranschaulicht das immense Zeichentalent, das Khnopff schon in jungen Jahren besaß. Noch haben nicht alle Blätter ihre Geheimnisse preisgegeben und bieten daher viel Potenzial für weitere Forschungen.
Khnopffs prägende Jahre in Brüssel
Lange bevor Khnopff seinen eigenen Stil entwickeln konnte, studierte er an der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Brüssel. Von 1876 bis 1879 lernt er dort Zeichnen und Malen nach antiken Vorbildern und lebenden Modellen. Er nahm auch Unterricht in historischer Komposition, Ästhetik und Archäologie. Dort teilt er sich die Schulbank mit James Ensor, von dem KBR erst letztes Jahr eine Zeichnung aus dessen Zeit an der Akademie erworben hat.
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Paris als zweite Schule
Während seiner Studienzeit hielt sich Khnopff regelmäßig in Paris auf, wo er seine künstlerische Ausbildung durch den Besuch von Museen und Ausstellungen vervollständigte. Das neu erworbene Skizzenbuch entstand Ende 1878 und Anfang 1879 und stammt aus Khnopffs Zeit an der Académie Julian in Paris. Es enthält Studien von menschlichen Figuren und deren Posen sowie mythologische Kompositionen, orientalische Szenen, Tiere und Architektur.
Das Skizzenbuch spiegelt den Einfluss französischer Meister wie Eugène Delacroix und Antoine-Louis Barye sowie von Pieter Paul Rubens wider, dessen Werke Khnopff im Musée du Louvre kopiert. In Listen und Notizen verweist er auf Werke, die ihn inspirieren, von der Mona Lisa von Leonardo da Vinci bis zu Lady Macbeth von Wilhelm von Kaulbach.
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Die KBR "schätzt die Zeit"
Mit diesem einzigartigen Erwerb bestätigt der KBR seine Rolle bei der Bewahrung des belgischen Kulturerbes für künftige Generationen. Das Skizzenbuch wird demnächst online verfügbar gemacht, damit es für Forscher und die breite Öffentlichkeit zugänglich ist.
Königliche Bilbiothek Brüssel, Kunstberg 28, 1000 Brussel – Info: www.kbr.be
