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Inland
Wirtschaft

Vor 10 Jahre machte Ford in Genk dicht

Vor 10 Jahren, am 18. Dezember 2014, wurden die Tore von Ford Genk endgültig geschlossen. Etwa 4.300 Arbeiter und Angestellte des US-Automobilherstellers verloren ihren Arbeitsplatz, aber indirekt verschwanden Tausende weitere Jobs bei Zulieferern und anderen Unternehmen, die von Ford in der Region abhängig waren – darunter z.B. Transportunternehmen und andere Dienstleister. Nach Angaben des Arbeitgeberverbands Voka Limburg gingen insgesamt etwa 10.000 Arbeitsplätze verloren.

Andreas Kockartz
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Im Sommer 2012 tauchten böse Gerüchte über Ford Europa und das im Januar 1964 eröffnete Werk in Genk in der flämischen Provinz Limburg auf. Die Gerüchte wurden jedoch von Ford dementiert. Mitte September bestätigte die Unternehmensleitung zudem, dass Genk ab dem 14. Oktober 2013 den neuen Mondeo bauen darf.

Produktion nach Spanien verlegt

Doch am Montag, dem 22. Oktober 2012, wurde bekannt, dass zwei Tage später eine außergewöhnliche Betriebsratsversammlung auf der Tagesordnung stand. Mehrere Medien berichteten damals bereits, dass das Automobilwerk geschlossen werden würde. Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe. Bei der Betriebsratsversammlung fiel dann das Urteil. Ford verwies auf Überkapazitäten in seinen europäischen Werken und verlegte die Produktion von Mondeo, S-Max und Galaxy nach Valencia in Spanien.

Wirtschaftlicher Motor der Provinz Limburg

Ford Genk war seinerzeit einer der größten Arbeitgeber in Limburg und ein wirtschaftlicher Motor für die gesamte Region. Der Verlust von Arbeitsplätzen in einer Region, die aufgrund ihrer starken Abhängigkeit von Industriearbeitsplätzen anfällig war, führte nach Angaben von Voka Limburg zu einem Rückgang des Konsums. Infolgedessen waren auch der lokale Einzelhandel und andere Sektoren betroffen. Viele Familien gerieten unter finanziellen Druck.

Audi macht das gleiche Drama durch

Mit der Schließung von Audi Brüssel, wo rund 3.000 Menschen beschäftigt sind, wird das vorletzte große Automobilwerk in Belgien bis Ende Februar 2025 verschwinden. Zuvor wurden bereits Renault in Vilvoorde, Opel in Antwerpen und Ford in Genk geschlossen. Nur Volvo Cars in Gent wird dann noch als großes Automobilwerk in Belgien bestehen bleiben. Dort arbeiten aktuell rund 7.000 Menschen und im vergangenen Jahr wurden hier knapp über 230.000 Fahrzeuge produziert.

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