In Mons in der Provinz Hennegau ist der neue Bahnhof ab heute für die Öffentlichkeit und für die Bahnreisenden und Pendler zugänglich. Das vom spanischen Stararchitekten Santiago Calatrava entworfene Gebäude kostete viel mehr als ursprünglich veranschlagt. Eigentlich sollte nur eine Fußgängerbrücke über die Gleise gebaut werden, doch nach und nach entschied man sich für ein völlig neues Bahnhofsgebäude. Außerdem wurde der Bahnhof fast ein Jahrzehnt später als geplant fertiggestellt und die Baukosten uferten aus.
10 Jahre später als geplant und zehnmal so teuer: Der Bahnhof von Mons ist eröffnet worden
Das Projekt liegt rund 20 Jahre zurück und war zunächst begrenzt. Architekt Calatrava, der auch den international bekannten Bahnhof Lüttich-Guillemins entwarf, sollte lediglich eine Passerelle über die Gleise bauen, um zwei Stadtteile miteinander zu verbinden - Kostenpunkt: 37 Mio. €.
Daraus wurde jedoch ein komplett neues Bahnhofsgebäude, das erst 2015 fertiggestellt werden sollte, dem Jahr, in dem Bergen Kulturhauptstadt Europas war. Aufgrund schlechter Planung und Verwaltung ist der Bahnhof von Mons erst jetzt, fast ein Jahrzehnt später, fertiggestellt und hat letztendlich 480 Mio. € gekostet.
Manche nennen das größenwahnsinnig für einen Bahnhof, an dem nur etwa 10.000 Fahrgäste pro Tag einsteigen. Automatisch und schaut man dabei in Richtung Elio Di Rupo, langjähriger Bürgermeister von Mons und Vorsitzender der frankophonen Sozialisten PS sowie Ex-Premier von Belgien. Er aber hat immer bestritten, dieses Projekt beeinflusst zu haben.
Wie auch immer, die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB sagt heute, dass sie die Erneuerung eines Bahnhofs nicht mehr auf die gleiche Weise angehen würde.
