König Philippe und Königin Mathilde nahmen am Samstag in Bastogne in der Provinz Luxemburg an den Gedenkfeiern zum 80. Jahrestag des Beginns der Ardennenoffensive teil. Der König legte an der Gedenkstätte einen Kranz nieder. Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) war ebenfalls anwesend. Er betonte, dass die Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und Europa heute wichtiger denn je ist.
Königin Mathilde und König Philippe nahmen an den Gedenkfeierlichkeiten zu 80 Jahre Ardennenoffensive in Bastogne teil
Am Samstagnachmittag waren König Philippe und Königin Mathilde in Bastogne, um den Opfern der Ardennen-Offensive vor genau 80 Jahren die Ehre zu erweisen. Unter den wachsamen Augen des Großherzogs von Luxemburg Henri und einer amerikanischen Delegation legte der König einen Blumenkranz am Denkmal von US-General McAuliffe nieder. Er hatte die Stadt während der Offensive 1944 verteidigt.
(Lesen Sie bitte unter dem Video weiter)
Kurz zuvor stand das Königspaar auf dem Balkon des Rathauses von Bastogne, wo es gemeinsam mit ehemaligen Soldaten Nüsse in die Menge warf (Foto oben). Dies ist eine Tradition in dieser Stadt, die an den Ausruf von General McAuliffe erinnern soll, der auf die Frage, ob man sich angesichts der Angriffsstärke der Deutschen nicht zurückzuziehen sollte, „Nuts!“ rief, im Sinne von „kommt gar nicht in Frage“. In seiner Rede würdigte König Philipp die Veteranen und rief zur „Verteidigung unserer demokratischen Werte“ auf.
Auch Belgiens geschäftsführender Premierminister Alexander De Croo war bei der Zeremonie anwesend. Er betonte die Bedeutung der Partnerschaft mit Europa und den Vereinigten Staaten, auch wenn dieses Band heute nicht mehr so stark sei wie früher. Dennoch ist er überzeugt davon, dass die USA ein Verbündeter bleiben werden: „Wir Europäer müssen uns bemühen, mehr in die Verteidigung zu investieren, aber auch die Amerikaner auf unserer Seite zu halten und ihnen zu zeigen, dass wir gemeinsame Interessen haben“, so De Croo: „Es ist auch zu ihrem Vorteil, Europa befreit zu halten und Russland aus der Ukraine zu vertreiben.“
(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)
Die Ardennenoffensive
Ardennenoffensive, Ardennenschlacht oder Von Rundstedt-Offensive: Die Geschichte hat der Operation, die das Dritte Reich vor 80 Jahren in den Ardennen in den Provinzen Lüttich und Luxemburg sowie im Großherzogtum Luxemburg selbst startete, um ein weiteres Mal zu versuchen, die alliierten Armeen im Westen zurückzuschlagen, viele Namen gegeben.
Die Alliierten hatten seit der Landung in der Normandie am 6. Juni 1944 große Teile Westeuropas befreit und standen vor den Toren Deutschlands. Mit einer großangelegten Offensive wollte Adolf Hitler sie zurückdrängen oder ihnen zumindest einen schweren Schlag versetzen. Eines der Ziele: Die belgische Hafenstadt Antwerpen, um den Alliierten den Nachschub abzuschneiden. Es wurde ein Spiel, das sich für die deutschen Strategen als falsch herausstellen sollte, dass aber auch zu einer der blutigsten Episoden des gesamten Zweiten Weltkriegs führte.
Der 16. Dezember 1944 war der Tag, an dem über 200.000 Soldaten der deutschen Wehrmacht, der Luftwaffe und der Waffen-SS zwischen dem deutschen Monschau und dem luxemburgischen Echternach einen Großangriff gegen die westlichen Alliierten antreten. Es ist der Beginn der Ardennenoffensive. Am nächsten Morgen um 5.30 Uhr durchdrang ein gewaltiges Artilleriefeuer mit ohrenbetäubendem Lärm die Ruhe auch in der deutschen und der belgischen Eifel.
Nach nur einer Woche verpuffte der Angriff und nach sechs Wochen bzw. am Ende der Ardennenoffensive am 25. Januar 1945 verlief die Front quasi wie zu Beginn der Schlacht. Zehntausende Soldaten auf beiden Seiten starben oder wurden vermisst. Die USA verlieren mehr Soldaten als während der gesamten Invasion in der ormandie nach ihrer Landung dort am und nach dem 6. Juni 1944. Weil Deutschland seine Verluste und das Kriegsmaterial nicht schnell genug ausgleichen konnte und dieses damit an der Ostfront fehlte, konnte die Rote Armee der Sowjets schneller nach Berlin vorrücken.

