Das Nationale Krisenzentrum in Belgien wird im nächsten Jahr eine Kampagne zur Vorbereitung auf eine Krisensituation starten. Dies soll die Belgier widerstandsfähiger machen. „Wir leben nicht mehr in dem Frieden, den wir uns erhofft haben. Es gibt geopolitische Spannungen und die Zahl der Naturkatastrophen und Cyberangriffe nimmt zu“, sagte Belgiens scheidende Innenministerin Annelies Verlinden (CD&V, Foto).
Belgien: Nationales Krisenzentrum startet Vorbereitung auf Krisen und Bedrohungen
„Wir müssen einen Gang höher schalten. Wir hatten in den letzten Jahrzehnten nicht genug Krisenkultur in unserem Land und wir wollen in dieser Hinsicht mit einer entsprechenden Kommunikation beginnen“, sagte Verlinden am Montag gegenüber VRT NWS.
In dieser groß angelegten Info-Kampagne wird es darum gehen, wie man sich in Sicherheit bringt, wie man evakuiert wird und wie man einen eigenen Notfallplan erstellt. „Es geht zum Beispiel darum, die Personen aufzulisten, die man benachrichtigen muss, zu wissen, welche Notrufnummern man bei sich haben sollte, und darum zu prüfen, ob es sinnvoll ist, zum Beispiel eine Notstrombatterie im Haus zu haben“, erklärte die Ministerin: „Die Erfahrung zeigt, dass man auch als Einzelner einiges tun kann, um gut vorbereitet zu sein.“
„Wir sehen viele beängstigende Dinge, die um uns herum passieren“, so Innenministerin Annelies Verlinden (CD&V). Sie verweist dabei auf Naturkatastrophen wie Hochwasser und auch auf Cyberangriffe, die unser Land in den vergangenen Jahren erlebte.
Angst vor Krieg?
In einer dramatischen Rede rief NATO-Chef Mark Rutte letzte Woche dazu auf, sich „mental auf einen Krieg vorzubereiten“. Und auch ein belgischer Verteidigungsexperte warnte vor den Auswirkungen der aktuellen geopolitischen Entwicklungen.
So weit will Ministerin Verlinden nicht gehen. Zur Kriegsvorbereitung äußert sie sich nicht: „Wir müssen vermeiden, Panik zu erzeugen. Die Botschaft, die wir vor allem vermitteln wollen, ist die, dass die Menschen sich auch selbst ein wenig vorbereiten können, damit sie im Notfall ein paar Stunden ohne Hilfe weitermachen können. Auf diese Weise können sich die Rettungs- und Sicherheitsdienste auf die am meisten gefährdeten Menschen konzentrieren.“
Das Krisenzentrum wird die Kampagne im Laufe des nächsten Jahres ausweiten. Dies wird über Vereine, Schulen, Unternehmen, Städte und Gemeinden in Angriff genommen.
