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Inland
Politik

Ohne Reformen geraten die belgischen Krankenhäuser in eine Existenzkrise

Ohne tiefgreifende Reformen droht dem Gesundheitssektor eine Existenzkrise, befürchtet der Belgische Verband der Krankenhausdirektionen in einem neuen Bericht. Die Alterung der Bevölkerung, finanzielle Probleme und Personalmangel wirken sich immer stärker aus und gefährden die Bezahlbarkeit, Effizienz und Zugänglichkeit unseres Gesundheitssystems, so der Verband.

Belga Martina Luxen
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„Wir stehen am Rande einer Krise des Gesundheitswesens“, heißt es in einem neuen Bericht des Belgischen Verbandes der Krankenhausdirektionen: „Unser System, das für seine Zugänglichkeit und Qualität gelobt wurde, kann die Herausforderungen nicht mehr bewältigen.” 

Laut Eric Christiaens, Verbandsvorsitzender und Direktor des AZ Vesalius in Tongeren, haben drei Faktoren einen großen Einfluss auf die Nachhaltigkeit unseres Gesundheitssystems. Zunächst die Alterung der Bevölkerung, die die Nachfrage nach Pflegeleistungen in den kommenden Jahren weiterhin stark ankurbeln wird. 

Darüber hinaus stellt Christiaens fest, dass auch viele Krankenhäuser mit finanziellen Problemen kämpfen. Vor einigen Wochen wurde beispielsweise bekannt, dass die belgischen Krankenhäuser 2023 einen Verlust von 174 Millionen Euro verzeichnet haben.

Mangel an Pflegekräften

 „Aber das größte Problem ist der Personalmangel“, betonte Christiaens in De Ochtend auf Radio 1. Dieser Personalmangel wird schon seit einiger Zeit angeprangert, aber laut Christiaens haben wir den Tiefpunkt noch nicht erreicht. „Die Zahl der Anmeldungen für Krankenpflegekurse stimmt uns nicht optimistisch.”

„Es gibt mehrere Faktoren, die den Personalmangel erklären“, sagt Christiaens.

  • „Zunächst einmal ist klar, dass die derzeit aktiven Generationen viel weniger Menschen umfassen als die, die derzeit in den Ruhestand gehen“.

  • „Darüber hinaus stellen wir fest, dass viele keine Arbeit wollen, die Wochenend- und Nachtarbeit beinhaltet. Das ist natürlich ihr Recht, aber es vergrößert das Problem“.

  • Christiaens zufolge spielt auch der Arbeitsinhalt, der sich im Laufe der Jahre stark verändert hat, eine wichtige Rolle. „Wir schauen öfter auf den Bildschirm als auf den Patienten“, sagen die Krankenpfleger*innen heute. Sie haben einen Beruf mit Menschen gewählt und müssen sich aber viel mehr um die Verwaltung kümmern."

Diese Faktoren erhöhen den Druck auf unser Gesundheitssystem. Das bekommen die Patienten bereits zu spüren. „Viele Krankenhäuser in Belgien mussten Abteilungen schließen, weil nicht genügend Personal vorhanden war, um sicher zu arbeiten. Für die Patienten bedeutet dies längere Wartelisten. In vielen Krankenhäusern ist das heute schon Realität und die Situation wird sich in Zukunft noch verschlechtern."

Nicht mehr Geld, sondern eine bessere Verteilung

Eric Christiaens ist sich bewusst, dass in den kommenden Jahren erhebliche Einsparungen vorgenommen werden müssen, auch im Bereich der Gesundheitsfürsorge. 

Deshalb plädiert der Verband der Krankenhausdirektionen nicht für eine Erhöhung der Finanzmittel. „Der Finanzrahmen, den die Regierung für die Gesundheitsfürsorge vorbereitet hat, ist im Vergleich zum internationalen Standard gut. Darüber sollten wir uns keine Sorgen machen."

Der Verband besteht jedoch darauf, dass die verfügbaren Mittel effizienter verteilt werden sollten. In ihrem Bericht stützen sich die Krankenhausdirektionen auf das Modell der „wertbasierten Gesundheitsversorgung“.

Laut dem Bericht besteht das Ziel dieses Modells darin, die Gesundheitsversorgung nach den Bedürfnissen der Patienten zu organisieren und dabei den Schwerpunkt auf die Prävention zu legen. „Durch einen effizienteren Einsatz der Ressourcen und einen effektiveren Ansatz wird die Versorgung nachhaltiger und bleibt für alle zugänglich und erschwinglich“, erklärte der Verband der Krankenhausdirektoren.

Eric Christiaens fügte hinzu, dass es wichtig gewesen sei, sich stärker auf Technologie und Innovation zu konzentrieren und über eine bessere Aufgabenverteilung zwischen den Mitarbeitenden nachzudenken.

„Für Verwaltungsaufgaben können wir auch Personen einsetzen, die nicht unbedingt eine Ausbildung zum Krankenpfleger absolviert haben müssen."

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