Die Einführung eines neuen Telekomanbieters in Belgien ist an der Konkurrenz nicht spurlos vorübergegangen. Orange hat die Tarife seiner B-Marke Hey! genau auf den Preis des neuen Konkurrenten DIGI gesenkt. Die Proximus-Aktie fällt währenddessen weiter.
Neuer Anbieter DIGI schüttelt Telekomsektor durch: Orange senkt Tarife von Hey! -Proximus verliert an der Börse
Am Mittwochabend hatte Orange bekanntgegeben, dass es die Tarife seiner B-Marke Hey! nach unten korrigiert: Ab nächster Woche zahlen Kundinnen und Kunden 5 Euro für die Formel mit 15 GB mobilem Datenvolumen, unbegrenzten Anrufen und SMS.
Das ist genau der Preis, den DIGI am Mittwoch angekündigt hat. Mit dem neuen Anbieter wird die Vorherrschaft von Proximus, Orange und Base/Telenet zum ersten Mal seit der Verbreitung der Mobiltelefonie gebrochen.
Die am Mittwoch von DIGI lancierten Tarife waren wesentlich günstiger als die der Konkurrenz. Der Preisbrecher bietet allerdings vorerst nur Netzabdeckung über 4G und nicht über 5G.
Nur bei Hey! senkt Orange den Tarif, sonst steigen alle Preise
„Unsere Kunden vertrauen Hey!, weil es sich schnell an die Marktbedingungen anpasst“, nahm Orange kein Blatt vor den Mund, was den Grund für die Preissenkung angeht. Bisher zahlte man 7 Euro im Monat für 5 GB und es gab ein Limit für die Anzahl der SMS und Gesprächsminuten. Die anderen Formeln von Hey! werden ab dem 18. Dezember ebenfalls billiger.
Während die Tarife bei der B-Marke Hey! sinken, erhöht Orange selbst alle seine Preise. Ab dem 18. Januar zahlt man zum Beispiel für eine Formel mit 6 GB mobilem Internet nicht mehr 14 Euro, sondern 14,40 Euro pro Monat.
Proximus-Aktie weiter auf Talfahrt
Proximus und Telenet/Base wollen im Preiskampf anscheinend nicht nachgeben. Doch auch sie spüren die Ankunft von DIGI.
Die Aktien von Proximus, die bereits in den letzten Jahren an der Börse stark gefallen sind, haben am Mittwoch einen weiteren Rückschlag erlitten. Eine Aktie des Unternehmens, das sich immer noch mehrheitlich im Besitz des belgischen Staates befindet, ist jetzt etwas mehr als 5 Euro wert.
Es bleibt die Frage, wie viele Belgier tatsächlich zu dem neuen Anbieter wechseln werden. Je größer ihr Marktanteil ist, desto mehr können sie den traditionellen Telekommunikationsanbietern schaden. „Wir sind nicht für nur 100.000 Kunden gestartet. Wir wollen einen fairen Marktanteil, einen großen Brocken“, klang DIGI gestern sehr ehrgeizig.
