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Inland
Justiz

Junger Biochemiker zu 18 Jahren verurteilt, weil er „besten Freund“ mit Thallium vergiftet hat

Das Strafgericht in Brüssel hat am Mittwoch den jungen Biochemiker Jean-François G. zu einer 18-jährigen Haftstrafe verurteilt, nachdem er versucht hatte, seinen besten Freund mit Thallium zu vergiften. Das tödliche Gift hat beim Opfer schreckliche Schmerzen sowie körperliche und geistige Schäden verursacht, ohne Hoffnung auf Besserung. Das Gericht ordnete die sofortige Verhaftung des Verurteilten an. Seine Anwälte wollen Berufung einlegen.

Belga Martina Luxen
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Das Gericht konnte zweifelsfrei feststellen, dass Jean-François G. seinem Freund Gael Thalliumsulfat in die Nahrung und die Pflegeprodukte injizierte. Er vergiftete ihn ein erstes Mal im August 2021 und wiederholte dies im Mai 2022, als das Opfer gerade einen langen Krankenhausaufenthalt hinter sich hatte.

„Der Angeklagte hat die physische und psychische Integrität des Mannes, den er immer als seinen besten Freund bezeichnet, völlig missachtet und ihm schreckliche und irreversible Folgen zugefügt“, argumentierte der Richter.  

Der Richter war der Ansicht, dass eine Sicherheitsmaßnahme nicht gerechtfertigt war, da Jean-François G. nicht vorbestraft war und die Psychiater bei ihm weder eine psychische Störung noch eine perverse oder sadistische Dimension festgestellt hatten. 

In seiner Begründung wies der Richter darauf hin, dass Jean-François G. „sich lange dafür rechtfertigte, kein Motiv zu haben“, dass aber in Wirklichkeit die Beziehung zwischen den beiden "nicht frei von Problemen und nicht so gesund war, wie sie erschien“. 

Rückfall- und Fluchtgefahr

Der Richter verhängte eine 18-jährige Haftstrafe gegen Jean-François G. und ordnete seine sofortige Festnahme an, da er der Ansicht war, es bestehe die Gefahr, dass er sich der Vollstreckung seiner Strafe entziehen werde.

Kurz zuvor hatte der Staatsanwalt diese Maßnahme mit Nachdruck gefordert. „Der Angeklagte hat finanzielle und intellektuelle Ressourcen, die es ihm ermöglichen könnten, seine Flucht zu organisieren“, argumentierte er. „Und ich bin der Ansicht, dass angesichts der Verbissenheit, mit der er versucht hat, dem Leben seines Freundes ein Ende zu setzen, ein eindeutiges Rückfallrisiko besteht. Ich denke, dass die sofortige Festnahme angesichts der Gefährlichkeit dieses Profils notwendig ist“, äußerte er sich. 

Der Richter verurteilte den Angeklagten außerdem dazu, dem Opfer Schadenersatz zu zahlen, insbesondere einen vorläufigen Betrag von 450.000 Euro für den moralischen Schaden, aber auch einen Betrag von mehr als 100.000 Euro für den materiellen Schaden, der noch steigen kann. 

Seltsame und äußerst schmerzhafte Syndrome

Am 24. August 2021 wurde der damals 28-jährige Gaël aus der Brüsseler Gemeinde Ukkel mit seltsamen und äußerst schmerzhaften Symptomen ins Krankenhaus eingeliefert. Die Ärzte diagnostizierten ein wahrscheinliches Guillain-Barré-Syndrom, bevor sie Ende Mai 2022 feststellten, dass er an einer Thalliumvergiftung litt. Die Vergiftung hatte tatsächlich im August 2021 begonnen und sich 2022 fortgesetzt. Mit anderen Worten: Das Opfer war im Krankenhaus erneut vergiftet worden.

Es wurde eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet. Die Ermittler interessierten sich für die Personen, die dem Opfer am nächsten standen und ihn im Krankenhaus besucht hatten. Sie fanden heraus, dass sein bester Freund, Jean-François G., im April 2021 Thallium gekauft hatte. 

Der Verdächtige wurde im Juni 2022 angeklagt und gab an, dass er das hochtoxische Schwermetall bestellt hatte, um Ratten in einem alten Ferienhaus zu vernichten.

Der Zustand des Opfers ist nach den Giftanschlägen sehr ernst geblieben. Neben unerträglichen Schmerzen wurde auch sein Nervensystem stark geschädigt. Der Mann kann weder gehen noch sprechen und leidet an Muskelschwund.

Die Anwälte des Bioingenieurs reagierten mit Enttäuschung auf das harte Urteil. „Wir müssen uns noch mit unserem Mandanten beraten, aber wir werden wahrscheinlich Berufung einlegen.“

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