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Unesco kürt belgische Kirmestradition zum immateriellen Kulturerbe

Die Unesco hat die belgische Tradition der Kirmessen als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Und damit auch die Arbeit und das manchmal harte Nomadenleben der Schausteller. Die Anerkennung ihres jahrhundertealten Gewerbes bedeutet den 1.200 aktiven Schaustellern in Belgien viel.

Belga Martina Luxen
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Zehn Jahre lang haben die belgische und die französische Regierung gemeinsam mit Schaustellerverbänden und Forschern der Universität Antwerpen den Antrag auf die Anerkennung der Kultur und des Gewerbes der Kirmesleute als Kulturerbe hingearbeitet.

Nach Ansicht der Forscher ist es nur logisch, dass die belgischen Kirmessen als Kulturerbe anerkannt werden: „In Belgien finden jedes Jahr noch etwa 2.000 Kirmessen statt. Sie sind ein wunderbares Beispiel für die Volkskultur. Es gab sie schon im Mittelalter.“

Quelle für wissenschaftliche Erkenntnisse und Technologie

Die Kirmessen im Mittelalter und anno 2024 haben nur noch wenig gemein. „Heute sind es vor allem mechanische Attraktionen, während die Kirmes früher auch ein Ort zum Lernen waren. Es gab Theatershows, die zwischen Magie und Wissenschaft balancierten, und verschiedene Museen,“ sagt Nele Wynants des Forschungsprojekts Science at the Fair.

Wynants' Projekt untersucht die Rolle der Kirmes bei der Verbreitung der Wissenschaft: „Im 19. Jahrhundert konnte nur eine Minderheit der Bevölkerung lesen. Die Kirmes war damals die wichtigste Informationsquelle. Auf diese Weise konnten die Menschen auch damals schon Wissen austauschen.“

Diese wissenschaftlichen Entwicklungen wurden von so genannten „Physikern“ vorgeführt. Sie nutzten wissenschaftliche Entdeckungen, um alle möglichen Dinge zu tun. Dazu gehörten auch die elektrische Nähmaschine oder die ersten Formen der Fotografie.

Einige wissenschaftliche Attraktionen hatten auch eine pädagogische Funktion für das Publikum."

Nele Wynants, Koordinatorin von Science at the fair

Auch anatomisches Wissen erlangte man früher auf der Kirmes: „In den sogenannten ‚anatomischen Museen‘ konnten die Menschen etwas über den menschlichen Körper  lernen. Dort gab es Wachsfiguren des menschlichen Körpers, die übrigens auch in den Medizinfakultäten der damaligen Zeit verwendet wurden“, so Nele Wynants.

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