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Inland
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Sprengstoffanschläge im Drogenmilieu erreichen in Flandern und Brüssel ein nie dagewesenes Ausmaß

Die Zahl der Sprengstoffanschläge hat 2023 den höchsten Stand seit zehn Jahren erreicht, so hat eine Analyse des Flämischen Friedensinstituts (Vlaams Vredesinstituut) ergeben. Ein Teil dieser Vorfälle steht in Verbindung mit der Drogenkriminalität. Drogenkriminelle setzen immer häufiger starke Knallkörper anstelle von Handgranaten ein.

Belga Martina Luxen
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Die Zahl der Angriffe ist von 58 im Jahr 2021 auf 90 im Jahr 2023 gestiegen. Die Hälfte der Vorfälle wurden allein in Antwerpen festgestellt. Brüssel folgt mit 13 und Limburg mit 8 Sprengstoffanschlägen. Diese Zahlen erhielt das Flämische Friedensinstitut von der Bundespolizei.

Am Mittwoch um 4 Uhr morgens explodierte erneut ein Sprengsatz, diesmal vor der Tür eines Wohnhauses in der limburgischen Gemeinde Vucht (Foto unten) in der Nähe von Maasmechelen. Niemand wurde verletzt, es entstand lediglich Sachschaden.

Bei den vielen Vorfällen in Antwerpen, Brüssel und Limburg wurden Sprengstoffe zur vorsätzlichen Verursachung von Schäden eingesetzt. Nicht jeder Anschlag wird im Zusammenhang mit Konflikten im Drogenmilieu gebracht.

Eine vom Flämischen Friedensinstitut durchgeführte Analyse von Presseartikeln ergab jedoch, dass auch die Zahl der Anschläge, die direkt mit dem Drogenmilieu in Verbindung gebracht wurden, einen neuen Höchststand erreicht hatte.

Im Jahr 2023 wurden 39 Angriffe gezählt, im Jahr 2021 waren es 12. Insgesamt wurden zwischen Januar 2017 und Juli 2024 118 Anschläge verübt, davon nicht weniger als 99 (84 Prozent) in Antwerpen.

Beschlagnahmte Cobra-Kracher. In Belgien ist der Handel verboten.

Granaten aus Jugoslawienkrieg werden selten, dafür Cobra-Kracher

Das Flämische Friedensinstitut stellt außerdem fest, dass die Täter jetzt statt Handgranaten vor allem schwere Knallkörpern des Typs Cobra und selbstgebaute Brandbomben werfen.

Granaten aus Waffenbeständen der Jugoslawienkriege sind inzwischen nicht mehr zu bekommen. Illegale Knallkörper und Feuerwerkskörper dagegen schon.

Das Friedensinstitut betont, dass Feuerwerkskörper im Gegensatz zu Handgranaten, die Metallsplitter versprühen, ein weniger unmittelbares Verletzungsrisiko darstellen. Der vollständige Bericht wurde dem flämischen Parlament am Dienstagnachmittag in Anwesenheit der nationalen Drogenbeauftragten Ine Van Wymersch (Foto) und des belgischen Justizministers Paul Van Tigchelt (liberale Open VLD) vorgestellt.

Jugendliche und prekarisierte Personen werden als Handlanger rekrutiert

Der Bericht des Flämischen Friedensinstituts zeigt außerdem, dass Gewalttaten von Drogenkriminellen häufiger und intensiver sind. An ihnen sind auch immer mehr Minderjährige und Menschen in prekären Verhältnissen beteiligt.

Der Bericht unterstreicht, dass Gewalt zur Kontrolle des Drogenmarktes kein neues Phänomen ist, sondern in den letzten Jahren an Umfang und Intensität zugenommen hat. Die Befragten der Studie sind außerdem der Ansicht, dass die Drogenhändler nicht mehr die Polizei und die Justiz fürchten, sondern nur noch rivalisierende Banden.

Arbeitsteilung nach dem System "crime as a service"

Laut dem Flämischen Friedensinstitut ist außerdem eine zunehmende Professionalisierung der kriminellen Strukturen zu beobachten. Insbesondere nutzen sie verstärkt die Arbeitsteilung, die unter dem Begriff crime as a service (Verbrechen als Dienstleistung) zusammengefasst wird. Die Netzwerke delegieren Teile des kriminellen Prozesses, wie z. B. Gewalttaten, an externe Dienstleister. Minderjährige werden von den kriminellen Netzwerken häufig aus der gefährdeten Bevölkerung rekrutiert und zu diesen Gewalttaten verleitet.

„Sie werden mit dem Versprechen gelockt, viel Geld für Handlangerdienste zu bekommen. Das kann vom Bewachen eines Deals bis hin zum Schießen oder Anbringen von Sprengstoff reichen können“, heißt es in dem Bericht. Auch Menschen in prekären Verhältnissen, wie junge Asylbewerber, werden häufig rekrutiert, da dies manchmal die einzige Möglichkeit für sie ist, sich und ihre Familien zu ernähren, so der Bericht. Der Bericht betont, dass diese Anwerbung nicht immer freiwillig erfolgt und es sehr schwierig ist, aus dem Netzwerk auszusteigen.

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