In Antwerpen-Süd wurden am Donnerstagabend 3 selbstgebaute Bomben in eine Filiale der Supermarktkette Colruyt geworfen. Es gab keine Verletzten, das Gebäude wurde leicht beschädigt. Der Räumdienst DOVO und das forensische Labor waren vor Ort, um den Zwischenfall zu untersuchen. „Im Moment gehen wir von einem Anschlag aus“, teilte die Antwerpener Polizei mit.
Polizei untersucht mutmaßlichen Anschlag auf Colruyt-Filiale in Antwerpen
Kurz vor Ladenschluss, am Donnerstagabend um 19.45 Uhr, wurden die Kunden einer Colruyt-Filiale in Antwerpen-Süd durch Böller am Eingang aufgeschreckt. „Die Verdächtigen warfen 3 selbstgebaute Bomben hinein. Die Bomben setzten sich aus schwarzem Sand und Benzin zusammen", sagte ein Colruyt-Mitarbeiter.
Glücklicherweise gab es keine Verletzten und nur geringe Schäden. „2 Personen klagten danach über Ohrenschmerzen und wurden medizinisch betreut", sagte Wouter Bruyns, Sprecher der Antwerpener Polizei.
Kunden und Mitarbeiter zeigten sich beeindruckt. „Das haben wir nicht kommen sehen", sagte ein Mitarbeiter. „Der ganze Laden war voller Rauch. Glücklicherweise konnten wir alle evakuieren und hielt sich der Schaden in Grenzen." Laut Geert Gillis, Regionaldirektor der Colruyt-Kette, verursachten die Bomben vor allem viel Staub und einige Brandflecken auf dem Boden.
Anschlag?
Die Polizei wird nun untersuchen, was genau passiert ist. „Es ist eindeutig eine sehr gezielte Aktion", sagt Kristof Aerts von der Staatsanwaltschaft Antwerpen. „Dank DOVO und dem Labor der Bundespolizei konnten wir zu dem Schluss kommen, dass es sich um selbstgemachte Brandbomben handelte, bei denen Brandbeschleuniger mit Feuerwerkskörpern verbunden wurden. Das verursachte diesen riesigen Knall und einige Schäden."
Bisher hat die Polizei noch keine Verdächtigen ausfindig machen können. „Nach der Tat haben wir sofort die Gegend durchsucht, ohne Ergebnis", sagte Polizeisprecher Bruyns. Die genauen Umstände sind noch nicht geklärt. Die Polizei prüft, ob es einen Zusammenhang mit dem Drogenmilieu gibt und berücksichtigt einen Überfall. „Die Fakten erinnern uns an die Vorfälle im Drogenmilieu. Wir werden das untersuchen, aber wir lassen alle Wege offen."
Bürgermeister De Wever: „Polizei und Staatsanwaltschaft stärken"
Die Staatsanwaltschaft Antwerpen findet es „beunruhigend, dass dies zu einem Zeitpunkt passieren konnte, als das Kaufhaus noch geöffnet war“.
Auch Bürgermeister Bart De Wever (Nationaldemokraten, N-VA) bezeichnet den Vorfall als besonders besorgniserregend. „Es ist ganz klar, dass wir in Europa noch nicht einmal die Spitze des kriminellen Eisbergs im Blick haben. Leider fehlt es noch an einem breiten politischen und gesellschaftlichen Bewusstsein dafür. Unser Kontinent muss aus diesem ‚Rausch‘ aufwachen. Das fordern seit Jahren Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft und der Justiz, gemeinsam mit einer Handvoll Politikerinnen und Politikern wie meinen Bürgermeisterkollegen aus Rotterdam und Hamburg. Unsere föderale Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft müssen dringend gestärkt werden, sonst müssen wir uns auf niederländische Verhältnisse einstellen.“
